Neuendettelsau, Nürnberg (epd). Die Spitze des evangelischen Sozialunternehmens Diakoneo kehrt seinem Hauptstandort Neuendettelsau ein Stück weit den Rücken: Der Diakoneo-Vorstand wird "in absehbarer Zeit" nach Nürnberg umziehen, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend mit. Zugleich wolle man die beiden Verwaltungsstandorte Neuendettelsau und Schwäbisch Hall stärken und einen dritten in Nürnberg aufbauen. An allen drei Standorten wolle man "die Möglichkeit für moderne, flexible Arbeitsformen anbieten".

Hintergrund für diese Entwicklung ist eine städtebauliche Konzeptstudie, wonach Diakoneo viele Grundstücke rund um das Diakonissen-Mutterhaus in Neuendettelsau nicht mehr benötigt. "Für die städtebauliche Planung haben diese Flächen aber durchaus Relevanz", erläuterte Matthias Hunger, der bei Diakoneo das Bau- und Immobilienmanagement leitet. Herausgekommen sind bei der Studie Ideen für seniorengerechtes Wohnen, einen Wohnpark für Familien, ein ökologisches Wohnkonzept, Nahversorgung und erschwinglicher Wohnraum.

Zugleich wird Diakoneo weitere Immobilien in Neuendettelsau aufgeben, teilte das Sozialunternehmen mit. So stehe das Selma-Haffner-Haus bereits leer und könne in seiner jetzigen Bausubstanz dauerhaft keiner weiteren Nutzung zugeführt werden. Gleiches gelte für das "Haus der Stille", das seit 2020 nicht mehr genutzt wird. Seit Corona sei der Bedarf an Versammlungsorten viel geringer, hieß es: "Nach drei schweren Jahren der Pandemie bestehen keine Perspektiven, das Hotel dauerhaft wirtschaftlich erfolgreich zu führen."

Diakoneo ist mit rund 11.000 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von rund 800 Millionen Euro einer der größten diakonischen Träger in Deutschland und der größte Süddeutschlands. Heute gehören Seniorenheime, Behinderteneinrichtungen, Schulen und Kliniken zum Sozialunternehmen, das aus dem Zusammenschluss der Diakonie Neuendettelsau und dem Diak Schwäbisch Hall entstanden ist. Geleitet wird die Diakoneo seit 2015 von Mathias Hartmann.