Tutzing (epd). Der Theaterregisseur und Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele, Christian Stückl, erhält den Toleranz-Preis der Evangelischen Akademie Tutzing. Man wolle Stückls "langjähriges Engagement gegen Antisemitismus" würdigen, teilte die Akademie am Donnerstag mit. Seine Inszenierungen wie "Ghetto", "Der Stellvertreter", "Nathan der Weise", "Hiob" oder "Der Kaufmann von Venedig" seien leidenschaftliche Plädoyers gegen Rassismus und Antisemitismus.
Stückl leiste damit in der Welt des Theaters einen unverzichtbaren und unübersehbaren Beitrag zur Verständigung, dass in einer pluralen Gesellschaft Menschen unterschiedlicher religiöser Herkunft friedlich zusammenleben können, heißt es weiter. Überdies habe er als Leiter der Oberammergauer Passionsspiele Mut und Überzeugungskraft bewiesen, diese von Anti-Judaismen zu befreien und so zur notwendigen Versöhnung zwischen Christentum und Judentum beigetragen.
Die Preisübergabe soll am 31. März um 11 Uhr in Oberammergau stattfinden. Die Laudatio soll die frühere Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler halten. Der Toleranz-Preis war Stückl bereits 2020 zugesprochen worden, wegen der Corona-Pandemie konnte die Übergabe aber bislang nicht stattfinden. Die Evangelische Akademie Tutzing vergibt ihren Toleranz-Preis seit 2000 alle zwei Jahre. Geehrt werden mit ihm Menschen und Initiativen, die sich für Benachteiligte einsetzen und verantwortungsbewusst handeln.