München (epd). Einen beschleunigten Ausbau der Windenergie fordern der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Bayern und der Bund Naturschutz (BN) in Bayern. Auch ein weiterhin starker Ausbau der Solarenergie sei nötig, heißt es in einem gemeinsamen Positionspapier, das die Verbände am Freitag in München mit Blick auf die Kommunalwahl am 8. März vorstellten. Die Klimakrise werde Menschen mit geringem Einkommen besonders hart treffen, heißt es darin. Klimaschutz, der sozialverträglich umgesetzt wird, sei darum "auch ein Beitrag zu mehr sozialer Gerechtigkeit".

Für eine sichere und bezahlbare Versorgung mit erneuerbarer Energie brauche Bayern einen ausbalancierten Mix aus den beiden Stromarten, hieß es. Bislang stünden 32 Gigawatt installierter Photovoltaik jedoch erst knapp 3 Gigawatt Windenergie entgegen. Für eine vollständige Versorgung mit Regenerativen braucht es laut einer Studie doppelt so viel Solar- und elfmal so viel Windleistung.

Aufbau von erneuerbaren Energien vor Ort soll einfacher werden

Für den Ausbau der Erneuerbaren sei es notwendig, durch die passende Rahmensetzung den dezentralen Aufbau in den Regionen vor Ort zu ermöglichen, hieß es. Dies bedeute, behindernde rechtliche Regelungen abzuschaffen und Kommunen sowie Bürgergenossenschaften in die Lage zu versetzen, die Investitionen teilweise selbst aufbringen zu können.

Zudem fordern die Verbände eine "ganzheitliche Verkehrswende", zu der auch mehr Elektrofahrzeuge gehörten. Ziel müsse aber immer sein, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren. Beim ÖPNV im ländlichen Raum gelte es, Takte und Verkehrsverbindungen an die Bedürfnisse der Menschen anzupassen. Die Nutzung müsse vereinfacht werden, etwa durch die Beibehaltung eines bezahlbaren "Deutschlandticket". Sharing-Angebote sollten weiter gefördert werden. Beim Schienenverkehr sei der "Bayern-Takt" weiterzuentwickeln, Fahrradschnellwege müssten ausgebaut werden.

Laut BN-Vorsitzendem Martin Geilhufe braucht es im Sinne der Demokratie zudem "eine Landes- und Regionalplanung, die Kommunen nicht gegeneinander ausspielt". DGB-Vorsitzender Bernhard Stiedl betonte, für viele Menschen entscheide sich gute Kommunalpolitik konkret anhand verlässlicher Mobilität und sicherer Arbeitsplätze.