München (epd). Der Sprecher des Bündnis für Toleranz in Bayern, der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, hat auf die Verantwortung des Bündnis für den sozialen Zusammenhalt in der Corona-Pandemie hingewiesen. Bei einer Sitzung des Bündnisses am Dienstag im Landtag sagte Bedford-Strohm laut einer Mitteilung, auch über unterschiedliche Meinungen hinweg gelte es, miteinander in Kontakt zu bleiben und zu verhindern, dass einzelne Menschen sich kommunikativ zurückzögen. "Wo sich unter die Corona-Proteste demokratiefeindliche Parolen mischen, gilt es allerdings, klar zu widersprechen".
Auf den Krieg Russlands gegen sein Nachbarland Ukraine ging Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) ein. Sie erklärte, der Konflikt fordere die Institutionen aus Zivilgesellschaft, Religionsgemeinschaften, Kommunen und Staat heraus, die im Bündnis für Toleranz zusammengeschlossen seien. Bei allem Schrecklichen mache der Krieg auch deutlich, "wie attraktiv Demokratie, Toleranz und Menschenwürde sind, welche politische Strahlkraft diese Werte haben". Auch das jahrelange mutige Eintreten der Menschen in Russland, Belarus und der Ukraine für diese Werte habe das Regime in Russland herausgefordert, so Ilse Aigner.
Das Bündnis für Toleranz ist ein bayerischer Zusammenschluss gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus, dem nach eigenen Angaben inzwischen 86 große landesweite Verbände und Organisationen zusammenarbeiten. Als neue Mitglieder konnten nun der Bayerische Beamtenbund, der Landesverband der Bayerischen Justizvollzugsbediensteten, der Landesbund für Vogelschutz und der Lesben- und Schwulenverband in Bayern begrüßt werden. "Allein diese vier neuen Mitglieder bilden in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit schon für sich ein eigenes Bündnis für Toleranz", sagte der Geschäftsführer des Bündnisses, Martin Becher.
Das Bündnis für Toleranz wurde 2005 auf Initiative der evangelischen und der katholischen Kirchen ins Leben gerufen. Es hat sich zum Ziel gesetzt, für den Schutz von Demokratie und Menschenwürde und gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus einzutreten. Dem Bündnis gehören auch diverse bayerische Staatsministerien und der Landtag an. Dessen Mitgliedschaft hatte der Bayerische Verfassungsgerichtshof in einem Urteil im vergangenen Jahr bestätigt. Daran erinnerte Bedford-Strohm bei der Sitzung im Parlament. Weder die Bayerische Verfassung noch das Grundgesetz sind wertneutral, habe das Gericht damals geurteilt, weshalb ein Eintreten des Landtags gemeinsam mit anderen Institutionen für die Werte der Demokratie, der Toleranz und der Menschenwürde nicht verboten, sondern geboten seien. (0/1092/22.03.2022)