Ohlstadt, Augsburg (epd). Der Bär im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist zum zweiten Mal gesehen worden. Wie ein Sprecher des Landesamts für Umwelt (LfU) in Augsburg dem Evangelischen Pressedienst (epd) bestätigte, hat wieder eine Wildtierkamera ein Foto von einem Braunbären geschossen. Diesmal sei das Tier bei Ohlstadt unterwegs gewesen. Ob es sich um dasselbe Tier handle, das am Wochenende gesichtet worden war, könne man nicht sagen.

Der Bären-Experte des Bundes Naturschutz, Uwe Friedel, sagte, er freue sich darüber, wenn Wildtiere, die als ausgerottet galten, wiederkommen. "Ich würde es begrüßen, wenn er bleibt." Bis es aber irgendwann einmal bayerischen Bärennachwuchs gebe, könne es dauern. Er plädierte für ein abgestimmtes Wildtiermanagement, in dem Zuständigkeiten festgelegt würden. "Was machen wir, wenn der Bär Honig stiehlt, oder ab welcher Distanz kann man davon sprechen, dass er sich einer Siedlung nähert", so etwas müsse geklärt werden.

Viele Menschen wüssten nicht, dass sich Bären zu großen Teilen vegetarisch ernährten, erklärte Friedel. Früchte, Insekten, Wurzelknollen oder Maiskolben gehörten zu ihrem Speisezettel. Manche Bären würden aber auch Weidetiere fressen. Der Bären-Experte rief zu einer "gesunden Vorsicht" gegenüber dem Bären auf. Es dürfte aber ohnehin schwerfallen, sich ihm zu nähern, weil die Tiere gut hören und einen guten Geruchssinn haben. Weitaus gefährlicher für den Menschen als ein Bär sei zum Beispiel das Wildschwein, sagte der studierte Geoökologe.

Der letzte Nachweis eines Braunbären in Bayern stammt laut LfU aus dem Frühjahr 2020 - ebenfalls nahe Garmisch-Partenkirchen. Im Winterhalbjahr 2019/2020 sei das Tier mehrmals nachweislich zwischen Reutte (Tirol) und dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen gesichtet worden. Die nächste Bärenpopulation befinde sich im italienischen Trentino, etwa 120 Kilometer von Bayern entfernt, teilte das Amt mit. Junge Männchen würden allerdings auf der Suche nach Weibchen zum Teil sehr weit umherstreifen, das könne Monate oder sogar Jahre dauern. Finden sie keine Partnerin, kehren sie wieder in ihre Heimat zurück.