München, Nürnberg (epd). Eine verlässliche und planbare Wohnraumförderung fordern der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern) und die Diakonie Bayern. Zudem müssten die Kommunen bezahlbares Bauland bereitstellen, teilten die Verbände gemeinsam am Freitag in München und Nürnberg mit. Bezahlbarer Wohnraum werde in Bayern immer knapper: 285 der insgesamt 2.056 Kommunen im Freistaat gelten inzwischen als Gebiete mit "angespanntem Wohnungsmarkt".

Zugleich brächen die Neubauzahlen ein, und Fördermittel seien vielfach überzeichnet, so VdW und Diakonie. Besonders betroffen seien Menschen mit niedrigen Einkommen, Alleinerziehende, ältere Menschen oder Personen in schwierigen Lebenslagen, aber auch "die Mitte der Gesellschaft". Im Freistaat fehlen laut VdW Bayern aktuell rund 200.000 bezahlbare Wohnungen.

Kaum Fluktuation bei geförderten Wohnungen

Auf den Wartelisten für geförderte Wohnungen seien in München 25.000 Haushalte gemeldet, in Augsburg 9.000 und in Nürnberg 7.000. Die Wohnungsgenossenschaft Fürth-Oberasbach habe im vergangenen Jahr 1.736 Bewerbungen gehabt bei nur 74 freien Wohnungen. Zudem gebe es kaum Fluktuation: "Wer eine bezahlbare Wohnung hat, gibt sie nicht auf."

Dabei sei das Menschenrecht auf Wohnen im internationalen Recht und in der Bayerischen Verfassung verankert, hieß es. Kommunale Wohnungsunternehmen erfüllten einen Auftrag der Daseinsvorsorge, doch steigende Baukosten, hohe Grundstückspreise und unsichere Förderbedingungen bremsten Investitionen.

Es brauche "enge Verzahnung von Bau-, Wohnungs- und Sozialpolitik"

Diakonie-Präsidentin Sabine Weingärtner sagte, Kommunen müssten in die Lage versetzt werden, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen: "Nur mit einer engen Verzahnung von Bau-, Wohnungs- und Sozialpolitik kann das Menschenrecht auf Wohnen für alle eingelöst werden." Laut VdW-Direktor Hans Maier stehen Kommunen "in der Verantwortung, bezahlbare Grundstücke für den sozialen Wohnungsbau bereitzustellen". Dazu zählten Konzeptvergaben statt Höchstpreisprinzip, faire Erbbauzinsen und aktive Baulandpolitik.

"Wenn selbst Normalverdiener keine Wohnung mehr finden, gerät der gesellschaftliche Zusammenhalt unter Druck", sagte VdW-Bayern-Direktor Hans Maier. Laut Diakonie-Präsidentin Sabine Weingärtner ist Wohnen "mehr als ein Dach über dem Kopf. Es geht um Sicherheit, Würde und Teilhabe."