Nürnberg (epd). Partizipation ist mehr, als jungen Menschen nur zuzuhören. Das betonte der Bayerische Jugendring (BJR) im Rahmen seiner Vollversammlung in Nürnberg. Wie der BJR am Sonntag mitteilte, beinhalte echte Teilhabe auch das Übertragen einer realen Gestaltungsmacht. Kindern und Jugendlichen sei es wichtig, bei sie betreffenden Planungen und Entscheidungen mitzuwirken. Ernst gemeinte Jugendbeteiligung "ist lebensweltbezogen, gibt Macht ab und stellt ausreichende Ressourcen zur Verfügung", sagte BJR-Präsident Matthias Fack. Dabei müsse darauf geachtet werden, auch Bevölkerungsgruppen anzusprechen, die sonst wenig gehört werden.
Jugendbeteiligungsformate auf kommunaler Ebene wie Jugendräte oder Jugendparlamente seien ein, aber nicht der einzige Baustein, um Teilhabe zu ermöglichen. Weitere Elemente seien projektbezogene Beteiligungsformate, aber auch offenere Formen dauerhafter Beteiligung, zum Beispiel Jugendforen oder regelmäßig stattfindende Kinder- und Jugendkongresse. Die Einrichtung von institutionalisierten repräsentativen Jugendgremien auf höherer Ebene, beispielsweise einem Landesjugendparlament, lehnt der BJR laut Matthias Fack ab: "Die demokratisch legitimierte jugendpolitische Vertretung auf Landesebene ist die Vollversammlung des Bayerischen Jugendrings."
Die Delegierten machten außerdem deutlich, dass die Neuschaffung von Partizipationsstrukturen gewachsene und bestehende Strukturen weder behindern noch deren Förderung einschränken dürfe.