München (epd). Der Bayerische Integrationspreis 2022 geht nach Regensburg, Nürnberg und Würzburg. Die drei ausgewählten Projekte hätten sich in besonderer Weise für die Gesundheit von Menschen mit Migrationsgeschichte in Bayern eingesetzt, teilte der Bayerische Landtag am Mittwoch mit. Insgesamt gab es 46 Bewerbungen, das diesjährige Motto lautete "Die Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts!"
Der erste Preis (3.000 Euro) gehe an die EineWelt-Hebammen in Regensburg, heißt es. Sechs freiberufliche Hebammen betreuten seit 2015 in der Ankereinrichtung Regensburg und in weiteren Gemeinschaftsunterkünften geflüchtete Frauen und ihre Kinder. Schwangere Frauen seien eine besonders vulnerable Gruppe unter den Geflüchteten. Sie benötigten neben der medizinischen Versorgung häufig auch emotionale Unterstützung.
Für den zweiten Preis (1.500 Euro) wurden die "Therapeutischen Angebote für Flüchtlinge" (TAFF) der Diakonie Bayern in Nürnberg ausgewählt. Mithilfe des Projekts sollen seit 2014 traumatisierte und psychisch erkrankte Geflüchtete vor allem auf dem Land oder in Kleinstädten mit niederschwelligen Erstangeboten erreicht werden. Mittlerweile gebe es bereits zehn Standorte im Freistaat.
Ebenfalls einen zweiten Preis, und damit 1.500 Euro, erhält das Projekt "SoulTalk" aus Würzburg, das über gemeinsame Sprache und gemeinsame Fluchterfahrungen funktioniere: Im unterfränkischen Ankerzentrum Geldersheim und der Teilgemeinschaftsunterkunft Würzburg bieten geschulte Geflüchtete den neu angekommenen Geflüchteten psychosoziale Beratungsgespräche in ihrer Muttersprache an.
Die Preisverleihung soll am 6. Mai in München mit Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Integrationsminister Joachim Herrmann und der bayerischen Integrationsbeauftragten Gudrun Brendel-Fischer (alle CSU) stattfinden. Der Bayerische Integrationspreis des Bayerischen Landtags ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert.