Bruckberg (epd). Eine Ausstellung erinnert ab Sonntag (8. Mai) im Schloss Bruckberg (Landkreis Ansbach) an 1.000 Bewohner diakonischer Einrichtungen in Neuendettelsau und Schwäbisch Hall, die zwischen 1939 und 1945 von den Nationalsozialisten als "unwertes Leben" ermordet wurden. "T4 - den Opfern einen Namen geben" ist der Titel der Ausstellung von diakoneo, die mit einem Gottesdienst um 14.30 Uhr eröffnet wird, teilte das evangelische Sozialunternehmen am Mittwoch mit. Allein 1.000 von 270.000 ermordeten Menschen mit Behinderung seien aus den Einrichtungen der damaligen Diakonie Neuendettelsau in Bruckberg, Engelthal, Himmelkron, Neuendettelsau und Polsingen und aus Schwäbisch Hall gekommen. "T4" steht für die Tiergartenstraße 4 in Berlin, von wo aus der Mord an Menschen mit Behinderungen organisiert worden war.

Zwölf lebensgroße Silhouetten tragen die Texttafeln der Ausstellung, in denen es um "Rassenhygiene" geht, um Zwangssterilisation und die Idee, Leben in nützlich oder unnütz einzuteilen. Die Schau beleuchtet auch die Ursprünge von Eugenik und "Euthanasie" in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und geht auf die weitere Entwicklung ein. Vor allem aber würden Menschen wie Edeltraut Reinhardt, 1928 geboren, im Mittelpunkt stehen, hieß es. Sie war schwer erkrankt, die Diagnose lautete "Idiotie", als sie 1940 verlegt und 1941 ermordet wurde. Reinhardt ist bei weitem nicht das jüngste Opfer gewesen, hieß es. Auch Dreijährige kamen in den Tötungsanstalten ums Leben.

Die Ausstellung wird bis Ende Mai gezeigt.