München (epd). Der Arzt und Forscher Fuat Oduncu hat am Mittwoch in München das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) nannte den türkischstämmigen außerplanmäßigen Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München einen begnadeten Arzt, einen hochkarätigen Wissenschaftler wie auch einen "weitsichtigen Brückenbauer im Dienste der Völkerverständigung".

Oduncu ist Gründungspräsident der "World Medical Association of Suryoye", der Aramäisch-Assyrischen Ärztegesellschaft. Die habe es sich unter anderem zum Ziel gesetzt, als aramäisch-assyrischer Notfalldienst ähnlich wie "Ärzte ohne Grenzen" die Notversorgung für syrisch-aramäischsprachige christliche Volksgruppen im Nahen Osten in den Kriegsgebieten des Irak und Syriens zu sichern, heißt es in der Mitteilung. Als stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates engagiere sich Oduncu zudem im "Christlichen Entwicklungsdienst" (CED), der durch private Spenden und Hilfsaktionen humanitäre Hilfe in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa leistet.

Oduncu war 1974 mit seiner Familie aus Südostanatolien nach Füssen gekommen. Er studierte in München parallel Medizin und Philosophie und absolvierte den internationalen Studiengang "European Master in Bioethics". Der Facharzt für Innere Medizin und Hämatologie wurde 2013 zum außerplanmäßigen Professor an der LMU ernannt. Seit 2019 ist er Chefarzt an der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin am Helios Klinikum München West. Auch als Wissenschaftler habe Oduncu herausragende Leistungen vollbracht, hieß es.