München (epd). Den James-Krüss-Preis für internationale Kinder- und Jugendliteratur 2026 erhalten die niederländische Autorin Anna Woltz und ihre deutsche Übersetzerin Andrea Kluitmann. Der mit 8.000 Euro dotierte Preis werde alle zwei Jahre für ein Werk vergeben, "das durch sprachliche Brillanz, Originalität, fantasievolles Erzählen, Formenvielfalt und Humanität überzeugt", teilte die Stiftung Internationale Jugendbibliothek am Mittwoch in München mit. Die Preisverleihung findet am 2. Juli in der Internationalen Jugendbibliothek auf Schloss Blutenburg in München statt, im Rahmen der Festaktivitäten zu "100 Jahre James Krüss".
Woltz hat unter anderem die Jugendromane "Haifischzähne" (2020), "Nächte im Tunnel" (2022) oder "Atlas, Elena und das Ende der Welt" (2024) verfasst. Die Autorin "schaut mit offenen Augen auf die gegenwärtige Lebensrealität jener, für die und über die sie erzählt", heißt es in der Begründung der Jury: "Mit außergewöhnlicher Präzision, einer exzellenten Figurengestaltung und wunderbar pointierten Dialogen erzählt sie von Kindern und Jugendlichen, deren Welt aus den Fugen geraten ist." Bei aller Schwere der Themen bewahre Woltz "eine überraschende Leichtigkeit und einen feinen Witz".
Auch "meisterhafte" Übersetzung ausgezeichnet
Ihre Figuren seien mit "Eigensinn, Mut und Zuversicht" ausgestattet, heißt es weiter. Die Autorin wähle die sprachlichen Register bei jeder Figur mit Bedacht, womit sie "nah am Werk des Preisgebers James Krüss" sei. Ihre Übersetzerin Kluitmann übertrage "meisterhaft" den Sprachduktus der Autorin und die Stimm- und Gefühlslagen der Figuren ins Deutsche.
Stifterin des Preises ist die James Krüss Erbengemeinschaft, die diesen 2012 ins Leben rief und die Internationale Jugendbibliothek mit der Durchführung beauftragt hat. Bei ausländischen Preisträgern wird auch die deutschsprachige Übersetzung gewürdigt.