Ingolstadt (epd). Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht den Freistaat vor großen Herausforderungen bei der Unterbringung von Geflüchteten. Neben den Ukraine-Geflüchteten gelte es auch noch, afghanische Ortskräfte unterzubringen, sagte Herrmann laut Mitteilung am Donnerstag in Ingolstadt bei der Vorstellung der Asyl-Bilanz 2021. Seit Juni 2021 seien rund 15.000 Ortskräfte und besonders gefährdete Menschen aus Afghanistan in Deutschland angekommen - 2.700 von ihnen seien Bayern zugewiesen worden. Er gehe von 2.500 weiteren afghanischen Staatsangehörigen aus, die im Freistaat untergebracht werden müssen.

Im vergangenen Jahr haben laut Herrmann wieder deutlich mehr Menschen Asyl in Bayern beantragt als im Vorjahr. Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) seien in Bayern 25.027 Asylanträge gestellt worden, darunter 20.089 Erstanträge (2020: 12.346). Hauptherkunftsländer in Bayern waren Syrien (34 Prozent), gefolgt von Afghanistan (17 Prozent) und dem Irak (12 Prozent). Wegen des Ukraine-Krieges, der Ende Februar begann, rechnet Herrmann mit weiter steigenden Fluchtzahlen: Mitte dieser Woche waren schon mehr als 90.000 Menschen aus der Ukraine nach Bayern geflüchtet.

Ein hoher Anteil der Migrantinnen und Migranten in Bayern ist laut Mitteilung in den Arbeitsmarkt integriert. Im Jahr 2020 seien 73,5 Prozent der Menschen mit Migrationsgeschichte einer bezahlten Arbeit nachgegangen. Dies sei die höchste Erwerbstätigenquote in ganz Deutschland, betonte Herrmann. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 67,1 Prozent. Auch die Arbeitslosenquote unter Ausländern in Bayern sei im vergangenen Jahr mit 7,5 Prozent die bundesweit niedrigste gewesen. Derzeit liegt der Wert in Bayern bei 6,9 Prozent, bundesweit bei 13,7 Prozent.