Sissi Perlinger erhält den Ehrenpreis des Bayerischen Kabarettpreises 2022. Carolin Kebekus werde mit dem Hauptpreis ausgezeichnet, Miss Allie mit dem Musikpreis und Nektarios Vlachopoulos mit dem Senkrechtstarter-Preis, teilte der Bayerische Rundfunk (BR) am Freitag mit. Die Preisverleihung soll am 24. Oktober im Münchner Lustspielhaus stattfinden.

BR-Programmdirektor Kultur, Björn Wilhelm, sagte: "Kabarettistinnen und Kabarettisten lassen uns lachen, den Atem stocken, manchmal den Kopf schütteln." Sie forderten heraus und stellten Fragen, die gern verdrängt würden. Den diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträgern gelinge all das mit ihrer Kunst in höchstem Maße.

Die bayerische Kabarettistin Sissi Perlinger sei ein "Paradiesvogel, eine Erscheinung, schlichtweg das Wunderweib der Bühnenlandschaft", heißt es in der BR-Mitteilung weiter. Bei ihr funkele alles ein bisschen heller - seien es die üppigen Kostüme, die skurrilen Requisiten oder ihre gekonnten Tanzeinlagen. "Man meint, Liza Minelli singen zu hören, findet sich in geradezu bollywoodesk prächtigen Bühnenbildern wieder, in denen dann aber auch mal im breitesten Bairisch geflucht wird."

Die Kölner Kabarettistin Carolin Kebekus sei unbequem, laut, direkt und nenne die Dinge beim Namen, teilte der BR weiter mit. Sie prangere die katholische Kirche an, werfe ihr Frauenfeindlichkeit und Doppelmoral vor. Sie habe nicht nur eine Haltung, sondern untermauere diese auch mit Daten und Fakten. "Ausgestattet mit unbändigem Witz, Energie und Bühnenpräsenz macht sie sich als Frau niemals klein und nimmt sich die Freiheit, derb zu sein."

Der Bayerische Kabarettpreis wird seit 1999 in vier Kategorien an Kunstschaffende aus dem deutschsprachigen Raum für scharfsinniges Kabarett verliehen. Die Auszeichnung ist eine Gemeinschaftsinitiative des Bayerischen Rundfunks und des Münchner Lustspielhauses.