Mariä Himmelfahrt 2026 fällt auf Samstag, den 15. August. Das Hochfest gehört zu den wichtigsten Feiertagen der katholischen Kirche und wird jedes Jahr mit Gottesdiensten, Prozessionen und der traditionellen Kräuterweihe gefeiert. Doch warum ist Mariä Himmelfahrt so bedeutend? Wo ist der Tag ein gesetzlicher Feiertag? Und weshalb spielt er in der evangelischen Kirche kaum eine Rolle?
Was wird an Mariä Himmelfahrt gefeiert?
Mit Mariä Himmelfahrt erinnert die katholische Kirche an die Aufnahme der Gottesmutter Maria mit Leib und Seele in den Himmel. Das Fest gilt als das bedeutendste Marienfest der römisch-katholischen Kirche und wird auch in den orthodoxen Kirchen begangen – dort unter dem Namen Entschlafung der Gottesgebärerin.
Einen Gedenktag für Maria kennt das Christentum bereits seit dem 5. Jahrhundert. Dass ihre leibliche Aufnahme in den Himmel verbindlicher Glaubenssatz der katholischen Kirche ist, geht jedoch auf das Jahr 1950 zurück: Papst Pius XII. erhob die Lehre damals zum Dogma. Dadurch gewann das Fest zusätzlich an Bedeutung.
Wo ist Mariä Himmelfahrt 2026 ein gesetzlicher Feiertag?
In Deutschland ist Mariä Himmelfahrt kein bundesweiter Feiertag.
Gesetzlicher Feiertag ist der 15. August im Saarland sowie in Bayern, allerdings nur in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung.
Welche Gemeinden dazugehören, richtet sich nach dem Verhältnis der katholischen und evangelischen Bevölkerung und wird amtlich festgelegt. So kann Mariä Himmelfahrt in einer Stadt gesetzlicher Feiertag sein, während in der Nachbarstadt ein ganz normaler Arbeitstag ist.
Wo in Bayern Feiertag ist und wo nicht, lest ihr hier.
Warum werden an Mariä Himmelfahrt Kräuter geweiht?
Besonders in Bayern, Österreich und anderen katholisch geprägten Regionen gehört die Kräuterweihe zu den bekanntesten Bräuchen des Festes.
Gläubige bringen kunstvoll gebundene Kräuterbüschel mit Heilpflanzen, Blumen und Getreide in den Gottesdienst. Nach der Segnung werden sie zu Hause aufbewahrt. Der Volksglaube schreibt ihnen eine schützende Wirkung zu – etwa gegen Krankheit, Gewitter oder Feuer sowie zum Segen für Haus, Hof und Nutztiere.
Der Brauch verbindet christliche Liturgie mit jahrhundertealten Ernte- und Naturtraditionen.
Warum feiern evangelische Christen Mariä Himmelfahrt nicht?
Die evangelische Kirche kennt Mariä Himmelfahrt nicht als Feiertag. Der wichtigste Grund: Die Bibel berichtet nichts über eine Aufnahme Marias in den Himmel.
Zwar schätzte Martin Luther Maria als Mutter Jesu und als Vorbild des Glaubens und der Demut. Eine Heiligenverehrung lehnte die Reformation jedoch ab. Deshalb entwickelte sich Mariä Himmelfahrt nicht zu einem evangelischen Festtag.
In der modernen evangelischen Theologie wird Maria teilweise neu interpretiert. Vor allem feministische Theologinnen sehen in ihr ein starkes Symbol für Glauben, Hoffnung und den weiblichen Aspekt menschlicher Gotteserfahrung.
Steht Mariä Himmelfahrt in der Bibel?
Nein. Die Bibel erzählt weder vom Tod Marias noch von ihrer Aufnahme in den Himmel.
Die Vorstellung entwickelte sich in der frühen Kirche und wurde durch außerbiblische Schriften verbreitet. Besonders bekannt ist die mittelalterliche Sammlung "Legenda Aurea" ("Goldene Legende"). Dort wird erzählt, dass Christus seiner verstorbenen Mutter erschien und sie in den Himmel führte.
Für die katholische Kirche beruht der Glaube an Mariä Himmelfahrt deshalb nicht auf einem einzelnen Bibeltext, sondern auf der kirchlichen Überlieferung.
Gibt es ähnliche Vorstellungen in anderen Religionen?
Die Vorstellung einer Aufnahme in den Himmel findet sich auch in anderen Religionen.
Im Christentum erinnert bereits Christi Himmelfahrt an die Rückkehr Jesu zu Gott. Im Islam berichtet die Überlieferung von der Nachtreise und Himmelfahrt des Propheten Mohammed, der bis vor den Thron Gottes geführt wurde.
Die moderne Theologie versteht den Himmel dabei meist nicht als geografischen Ort, sondern als Bild für das endgültige "Bei-Gott-Sein".
(mit Material von epd)