Es riecht nach Sommer. Der Wind streicht durch die jungen Weidenzweige, die sich langsam zu Rohren verweben, und Sonnenlicht fällt durch das lebendige Geflecht auf den Boden der kleinen Halbinsel im Ketschendorfer Park in Coburg. Noch wirkt alles filigran – doch in einigen Jahren wird aus den schlanken Ruten ein dichtes grünes Kirchenschiff geworden sein, eine Kirche, die jedes Frühjahr weiterwächst.

Eine Kirche, die aus der Nature wächst

Wenn am 26. Juli die Bayreuther Regionalbischöfin Berthild Sachs die Weidenkirche feierlich einweiht, endet für Petra Heeb ein Weg, der fast zehn Jahre gedauert hat. Rückblickend fasst sie diese Zeit in einen einzigen Satz zusammen: "Man muss Geduld haben und hartnäckig bleiben. Und dann geschieht das Wunder."

Dieses Wunder begann lange bevor die ersten Weiden gepflanzt wurden – als Idee einer Kirche unter freiem Himmel, die viele Jahre in der Schublade lag. Wirklich dringlich wurde sie erst, als die Kirchengemeinde St. Lukas ihr Kirchengebäude 2021 entwidmen musste. Plötzlich ging es nicht mehr nur um eine schöne Vision, sondern um die Frage, wo Gemeinde künftig überhaupt stattfinden kann.

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