Die für Herbst geplante Inbetriebnahme des Evangelischen Campus Nürnberg (ECN) lässt sich nicht halten. Grund sind bauliche Verzögerungen, vor allem an den Außenanlagen sowie beim Brandschutz, wie aus einer Mitteilung des ECN vom Freitag hervorgeht.

Eigentlich sollte der ECN, der auch die Evangelische Hochschule Nürnberg beherbergt, im Oktober zum Beginn des Wintersemesters 2026/27 an den Start gehen. "Aktuell ist mit einer vollständigen Inbetriebnahme der Immobilie zum Jahreswechsel zu rechnen", hieß es in der Mitteilung.

Die Verzögerungen kamen offenbar überraschend: "Im engen Zeitplan war das Projekt ECN in den letzten Monaten gut unterwegs, doch im Zuge des laufenden Controllings wurden Mitte April Abweichungen im Terminablauf festgestellt", teilte der ECN mit. Diese habe das für die Überwachung von Bauqualität und Baufortschritt verantwortliche Ingenieurbüro bislang nicht mitgeteilt - ebensowenig wie "tragfähige Entscheidungsgrundlagen", um rechtzeitig gegenzusteuern zu können.

An den Gesamtkosten für das Bauprojekt von rund 221 Millionen Euro ändere sich wegen eines ausreichenden Risikopuffers nichts, sagte der Vorsitzende des Projektlenkungsausschusses, Stefan Ark Nitsche, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dennoch werde die Verantwortung für die Verzögerung juristisch überprüft.

Geplant ist nun schrittweise Inbetriebnahme

Anvisiert werde nun eine schrittweise Inbetriebnahme bis Jahresende, sagte Nitsche. Die Evangelische Hochschule Nürnberg mit ihren mehr als 1.500 Studierenden bleibe im Wintersemester noch in ihren bisherigen Räumlichkeiten und werde erst Anfang 2027 in den ECN umziehen.

Herausfordernder sei die Situation hingegen mangels alternativer Räumlichkeiten für die Rummelsberger Fachschulen: Die rund 500 Schülerinnen und Schüler sollen daher ab September schrittweise in den ECN integriert werden, sagte Nitsche.

Der Evangelische Campus Nürnberg ist das größte Bauprojekt der Landeskirche der vergangenen 100 Jahre: Die Landeskirche hatte 2017 für rund 49 Millionen Euro die ehemalige Oberpostdirektion in Nürnberg gekauft. Auf 25.000 Quadratmetern sollen rund 15 kirchliche Einrichtungen einziehen, darunter die Evangelische Jugend, das Amt für Gemeindedienst und der CVJM, sowie externe Mieter.

Geplant ist zudem, das ECN zum Tagungsort für eine der zwei jährlichen Sitzungswochen der Landessynode zu machen.