Ich taufe dich im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Die Smartphones sind gezückt, die Großfamilie steht um das Taufbecken der kleinen Kirche in Unterfranken. Heute wird der Bub getauft. Er ist Sohn, Neffe, Enkelkind. Und ein echtes Wunschkind. Willkommen im Leben, kleiner Mann. Als der Pfarrer aus seiner Handfläche Taufwasser auf die Stirn des Kindes träufelt, passiert, was passieren muss. "Wähh" dröhnt es durchs Kirchenschiff. Der Pfarrer hat alle nach vorne in den Altarraum gebeten. Da stehen wir in einem großen Kreis und freuen uns übers Wähh, über die Taufe, über das neue Leben. Nur ganz hinten in der Kirche, da sitzt noch einer. Jetzt, als er das Kind schreien hört, reckt er den Kopf. Er stellt sich hin. Er stellt sich auf die Zehenspitzen. Er will etwas sehen von dem, was da vorne vor sich geht. Der Pfarrer bittet ihn mit einer Handbewegung zu uns zu kommen. Aber da schüttelt er den Kopf und setzt sich schnell. Als wäre er bei etwas erwischt worden, was sich nicht gehört. Amir, so nenne ich ihn hier, gehört zum erweiterten Kreis der Familie. Er ist vor vielen Jahren aus dem Iran nach Deutschland gekommen. Es ist ihm wichtig, heute bei der Taufe dabei zu sein. Vorm Hineingehen hat er mir gesagt, er kann sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal in einer Kirche gewesen ist. Und ob überhaupt schon mal.
Nach der Taufe gehen wir alle gemeinsam essen. An der langen Tafel sitzt Amir neben mir. Ich frage ihn: Warum bist du nicht nach vorne gekommen in der Kirche? Du warst auch eingeladen. "Aus Respekt", sagt er da. Ich will wissen: Respekt wovor? Vorm Pfarrer? Vor der Kirche? Vor uns? Vor Gott? Amir nickt bei allem ein bisschen. "Aus Respekt", wiederholt er. In meinem Kopf rattert es. Ich überlege, ob ich Amir, der sehr gut, aber nicht perfekt Deutsch spricht, andere Wörter vorschlagen soll, die es vielleicht besser treffen. Demut vielleicht. Oder Achtung? Amir schaut rüber zum frisch getauften Kind. Er lächelt, er ist gerührt bei diesem Anblick. Und dann bekommt er feuchte Augen. Er greift zu seiner Limo, prostet mir zu. Und ich proste zurück.
Ein verwirrendes Bild
Der Pfarrer, der das Kind in der Kirche in Unterfranken getauft hat, war ich. Ich bin Christ – ganz offensichtlich. Evangelisch-lutherisch, wenn man‘s genau nimmt. Aber bei der Begegnung mit Amir, dem Moslem, bei unserem stillen, unausgesprochenen Einverständnis, dass da etwas ist, das größer ist, dass es Respekt oder Demut oder Achtung oder was auch immer hervorruft und dass uns das verbindet – da komme ich ins Nachdenken. Wo verlaufen eigentlich die Trennlinien und wo nicht? Ich bin von Herzen gerne Christ. Aber wenn ich in den sozialen Medien mitbekomme, was manche meine Glaubensgeschwister lautstark und reichweitenstark von sich geben – dann wird mir ganz anders. Draufhauen auf Minderheiten im Namen Jesu. Also im Namen von Jesus, der sich denen zuwendet, die immer auf das Wohlwollen der Mehrheit angewiesen waren, immer in Habachtstellung, gezwungenermaßen, denn das bringt Minderheit-Sein so mit sich. Dieser Widerspruch ist so krass und so offensichtlich – ich kann nicht glauben, dass das auch nur einen einzigen Menschen überzeugt. Es überzeugt Tausende. Nicht nur in den USA, wo man gerne mal hindeutet. Auch bei uns.
Und da stehe ich nun, als gläubiger Christ im 21. Jahrhundert. Und fühle diese Fremdheit gegenüber manchen Glaubensgeschwistern. Und diese freundschaftliche Sympathie gegenüber einem Moslem bei einer christlichen Tauffeier. Und wenn wir mit Abstand mal auf diese Welt schauen, wird das Bild noch verwirrender. Die verschiedenen Kultstätten, in die wir pilgern: Kirchen, Moscheen, Synagogen, Einkaufszentren, Konsumtempel, Fußballstadien. In einem Krankenhaus liegt vielleicht ein Mensch im Sterben und bekommt ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet. In einem Park machen Leute Yoga und denken an Mutter Erde. Sehr viele sitzen im Biergarten und lassen den lieben Gott einen guten Mann sein, auch am Sonntag. Und irgendwo steigt Rauch auf, weil jemand Krieg führt im Namen von Religion. Und all das auf demselben Planeten zur selben Zeit.
In dieser komplizierten Welt begegnen mir zwei Antworten immer wieder. Die einen sagen: Ach, ist doch alles dasselbe. Gott, Allah, das Universum. Da muss man keine Unterschiede machen, wir leben alle unter demselben Himmel. Und die anderen sagen: Es gibt nur die eine Wahrheit. Und alle müssen sie erkennen. Wer’s nicht tut, ist auf dem Holzweg. Oder verloren.
Was beide Antworten verbindet, auch wenn sie gegensätzlich erscheinen: Sie würgen jede Diskussion ab. Gespräch beendet. Schau her, so einfach ist es. Es haben halt noch nicht alle kapiert.
Würfelt Gott?
Als Pfarrer führe ich immer wieder Gespräche über die großen Fragen. Oft über das, was ein Mensch nicht fassen kann. Das Sterben. Die Ewigkeit. Die Liebe. Gott. Glaube. Wahrheit. Die meisten dieser Begegnungen machen mir Mut. Sie lassen mich weiter an die Menschheit glauben. Denn viele ringen wirklich. Die hadern, die wollen verstehen, die suchen nach Antworten und nach ihrem Platz in dieser Welt. Und die lassen sich nicht abspeisen mit simplen Parolen, mit den vermeintlich einfachen Wahrheiten. Mit diesen Menschen frage ich: Geht das, ganz fest an etwas glauben, ohne andere Überzeugungen allgemein abzulehnen und abzuwerten, auch wenn die ganz andere Propheten, andere Götter und andere Heilsversprechen kennen?
Würfelt Gott? Wo ich hineingeboren werde, mit welchen Menschen ich aufwachse, welche Erfahrungen ich mache: All das prägt meine Persönlichkeit, meine Geisteshaltung, welche Religion ich lebe oder welche Nicht-Religion. Wie kann ich da sagen: Etwas ist immer und überall richtig, es ist wahr? Es gibt eine große Sehnsucht nach Wahrheit. Und Klarheit. Die Bibel macht ein paar glasklare Aussagen. Auf den ersten Blick. Diese hier zum Beispiel. Da ist Jesus im Gespräch mit seinen Jüngern. Die Stelle wird gerne von denen zitiert, die sagen: Schau, ist doch alles ganz einfach.
Thomas sagte zu Jesus: "Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst. Wie können wir dann den Weg dorthin kennen?" Jesus antwortete: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Es gibt keinen anderen Weg zum Vater als mich. Wenn ihr mich erkannt habt, dann werdet ihr auch meinen Vater erkennen." (Joh 14,5-7)
Da steht‘s schwarz auf weiß. Jesus ist die Wahrheit. Ich kenne das so von kleinen Grüppchen oder von einzelnen Leuten, die mitten in der Fußgängerzone stehen, manchmal mit Mikro und kleiner Verstärkerbox oder sogar mit einem Büchertisch. Jesus ist die Wahrheit, sowas schreiben sie auf ihre Schilder. Ganz einfach. Und manchmal schreien sie es mir ins Gesicht.
"Bist du jetzt auch so einer?" fragt mich Sonja, eine Freundin. Gerade hatte ich ihr erzählt, dass ich meinen tipptopp Marketing-Job hinter mir lasse. Ich werde evangelischer Pfarrer. Mit Anfang dreißig. Dieser Abend ist schon eine Weile her, aber das Thema ploppt bei uns seither immer wieder auf. Sonja liebt Reisen nach Asien. Thailand, Sri Lanka, Vietnam. Und sie liebt Buddha. Nicht den Deko-Buddha aus dem Baumarkt. Den Religionsstifter Buddha. Und Buddha, das vollkommene Wesen, die reine Erkenntnis. "Du warst doch schon weiter", sagt sie zu mir und schaut mich mit einer Mischung aus Skepsis und, ja, Mitleid an. "Wie meinst du das?" will ich wissen. "Na ja, du hast das doch hinter dir gelassen, dachte ich. Das Enge am Christentum, das Spießige. Dieses Denken: Eine Religion hat recht. Das ist so eine kurzsichtige, westliche Perspektive." Dann erzählt Sonja mir vom sogenannten Elefantengleichnis.
Eines Tages werden vier Männer in einen dunklen Raum geführt. In der Mitte steht ein Elefant. Weil es vollkommen finster ist, können sie ihn nicht sehen – nur mit den Händen ertasten. Einer greift nach dem Rüssel und sagt, da sei eine Schlange. Ein anderer fühlt das Bein und meint, da müsse ein Baumstamm vor ihm sein. Ein Dritter streicht über das Ohr und hält es für einen Fächer. Wieder ein anderer steht an der Seite des Tieres und ist sicher, eine Wand vor sich zu haben. Jeder ist überzeugt, die Sache richtig erfasst zu haben. Und doch steht in ihrer Mitte etwas Größeres, als einer allein begreifen kann.
Gewissheit statt Wahrheit
Ich verstehe, was mir diese Geschichte sagen will. Niemand kann die ganze Wahrheit erfassen. Ich habe Sympathien für diese Sicht. Trotzdem – und da kann ich mit Sonja leidenschaftlich diskutieren: Mir reicht das nicht. Eine Religion, mein Glaube, das ist ja mehr als eine Erkenntnis. Das ist nicht nur eine Weltsicht, nicht nur Kopfsache. Das ist auch Herzenssache. Bauchsache. Gewissenssache. Mein Glaube betrifft mein ganzes Leben. Manche sagen: von der Wiege bis zur Bahre. Glaube, im besten Fall, geht mir in Fleisch und Blut über, durch Mark und Bein. Ich erlebe das Gott sei Dank immer wieder: Wenn sich in meinem Leben was gelöst hat wie ein Knoten, wenn ich wieder aufatmen kann nach einer schwierigen Situation, und ich dann am Abend vors Haus gehe und dastehe und hinaufschaue in den Sternenhimmel, dann spüre ich Segen. Gesegnet sein, nie könnte ich das messen oder beweisen. Und doch ist es mehr als eine gefühlte Wahrheit, als ein alternative fact. Eher ist es ein tiefes Wahrnehmen. Da stimmt was. Da ist was echt. Nicht Wahrheit ist das dann, sondern: Gewissheit.
Ist damit die Frage, welche Religion die wahre ist, hinfällig? Ich glaube, sie bekommt einen anderen Dreh. Es geht bei der Wahrheit weniger ums Wissen. Es geht ums Leben. Wie fülle ich ich’s mit Leben.
Gewissheit statt Wahrheit. Wenn ich in die Bibel schaue, habe ich den Eindruck: zu gewiss soll ich mir aber auch nicht sein. Die christliche Religion hat sich selbst von Anfang an eine Art Schutzmechanismus eingebaut. Wie um uns Menschen vor uns selbst zu schützen. Damit wir uns nicht zu sicher sind. Oder zu selbstsicher. Als ich vor ein paar Jahren offiziell in den Dienst eines Pfarrers eingeführt wurde, musste ich mich feierlich dazu bekennen – ich zitiere – "das Evangelium von Jesus Christus, wie es in der Heiligen Schrift gegeben und im Bekenntnis der evangelisch-lutherischen Kirche bezeugt ist, rein zu lehren."
Mach ich gerne. Allerdings: das eine Evangelium von Jesus Christus gibt es gar nicht. Es gibt mehrere. Vier Stück stehen in der Bibel. Matthäus, Markus, Lukas, Johannes. Und alle erzählen sie die Geschichte von Jesus ein bisschen anders. Teils passt das auch schlichtweg nicht zusammen. Schon im 2. Jahrhundert hat man versucht, aus den vier Texten durch Kombinieren und Zusammenfügen ein stimmiges Ganzes zu machen, eine Evangelienharmonie. Durchgesetzt hat sie sich nicht. Ich bin froh, dass verschiedene Deutungen von Jesus Christus nebeneinanderstehen. Auch als Erinnerung, worum es geht, wenn ich in der Bibel lese. Es geht nicht um Fakten, die ich anderen um die Ohren hauen kann, in der Fußgängerzone oder von der Kanzel. Die Evangelien erzählen nicht einfach was nach. Sie sind Glaubenstestamente. Buchstaben gewordene Vergewisserungen. Aufgeschrieben von Leuten einer späteren Generation, die Jesus Christus nie "in echt" getroffen haben. Sie haben ihn in ihrem Leben erfahren. Diese Leute waren überzeugt: Das, was der Glaube uns gibt, wie er uns verwandelt, das muss der Nachwelt erhalten bleiben. Das müssen die unbedingt wissen! Glaubensgewissheit statt bloßer historischer Wahrheit. Das ist nicht weniger. Das ist mehr. Die Bibel, Gottes Wort, mutet mir was zu. Ich muss mein Hirn einschalten, hinterfragen, um Wahrheit ringen. Nachplappern muss ich gar nichts. Gut so.
Worte für menschliche Erfahrungen
Trotzdem steht in der Bibel dieser Satz, der so gar nicht passt in das schillernde Bild. Der wirkt ausschließend, für manche sicher auch arrogant. Jesus spricht: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Hat die Wahrheit also doch einen bestimmten Ort, wo sie zuhause ist, und anderswo nicht?
Ich lese den Satz so: Wenn Christus die Wahrheit ist, dann bin ich es schon mal nicht. Göttliche Weisheit hat der Mensch höchstens mit Löffeln gefressen. Also mal schön halblang, wenn ich jemandem meine Wahrheit einreden will. Oder jemand mir seine. Und außerdem steht da nicht: Ich bin die Wahrheit. Punkt. Sondern da steht: Weg, Wahrheit, Leben. Gehört zusammen. Das eine gibt’s nicht ohne das andere. Wahrheitssuche ist ein Weg. Da ist Bewegung drin. Ein Prozess. Nichts, was einfach mal vom Himmel gefallen wäre wie eine göttliche Betriebsanleitung und jetzt friss oder stirb. Nicht starre Regeln, tote Buchstaben. Wahrheit hat mit Leben zu tun. Fülle. Wachstum. Ewiger Kreis. Ich kann sie nicht halten, die Wahrheit. Aber vielleicht hält sie mich. Am Leben. Und darüber hinaus.
Ich tu mich schwer mit dem Gedanken, dass Gott nur auf einem einzigen Weg zu finden sein soll. Und je älter ich werde, desto weniger überzeugt mich das.
Mich hat das schon als Kind beschäftigt. Wie kann das für alle gelten – die Geschichten von Jesus, die Worte der Bibel –, wenn Menschen über Jahrtausende nichts davon wussten? Was ist mit denen, die nie von Jesus gehört haben? Mit den Menschen der Steinzeit? Mit Völkern, die bis heute abgeschieden leben? Hängt Gottes Nähe wirklich davon ab, wann und wo ein Mensch geboren wird?
Ich glaube, die Bibel leiht mir Worte für meine Erfahrungen. Diese Worte kommen aus einer bestimmten Kultur, aus einer bestimmten Zeit. Aber was dahintersteckt, das erleben die Menschen überall. Alle kennen Liebe und Verlust, Schuld und Vergebung, Hoffnung und Vertrauen. Alle erleben Momente, in denen ihnen etwas aufleuchtet, das größer ist als sie selbst. Christus ist für mich nicht einfach eine Gestalt vor 2000 Jahren. Christus ist ein göttliches Prinzip, das alles durchwirkt. Liebe und Verbundenheit. Schon immer. Für immer.
Navid Kermani, deutscher Schriftsteller mit iranischen Wurzeln, hat ein feines, persönliches Buch geschrieben über den Islam. Es ist auch ein Buch geworden über Judentum und Christentum. Er sucht nach Antworten auf die großen Fragen, die seine zwölfjährige Tochter ihm stellt. Welche der Religionen ist die wahre? Kermani legt den Begriff der Wahrheit beiseite. Und nimmt einen anderen zur Hand.
"Vielleicht kann man das mit der Liebe vergleichen: Sie besteht ja eben darin, dass du jemanden für besonders hältst, für einzigartig, für ein Geschenk des Himmels (…). Wenn du alle Menschen gleich liebtest, wärst du niemals verliebt. Ist es so viel anders mit der Religion? Die Menschen halten ihre für die richtige, das ist nun einmal so, und je überzeugter sie sind, umso weniger leuchtet ihnen ein, dass jemand Gott ganz anders sehen könnte. Aus eben dieser Leidenschaft erwächst auch Kraft und Kreativität, Mut und Opferbereitschaft, so wie Liebende eine unglaubliche Energie entwickeln, wenn es um ihren Geliebten oder ihre Geliebte geht. Aber wenn sie nur ein bisschen zurücktreten, erkennen die Menschen natürlich, dass ihre Sichtweise gar nicht die einzig mögliche ist."
Eine Zeit für Demut
Heute ist Israelsonntag. In vielen evangelischen Gemeinden wird in den Gottesdiensten an die enge Verbindung zwischen Judentum und Christentum gedacht. Ich merke: Über das Trennende zwischen den Religionen – wer hat recht und wer nicht - lässt sich noch lange philosophieren. Über das Verbindende ist auch schon viel gesagt und geschrieben worden, Gott sei Dank. Auch darüber, was Christentum und Islam dem Judentum verdanken, der ältesten der drei Religionen.
Ich habe manchmal das Gefühl, es ist nicht die Zeit der Worte. Eher eine Zeit fürs Stillsein. Ich meine nicht stillschweigendes Akzeptieren von Ungerechtigkeit. Ich meine eine Zeit, in der die Religiösen in diesem Land erkennen: Was wir diese Zeit lehren können, ist Demut. Weil ein religiöser Mensch doch im besten Fall einer ist, der Demut empfindet vor dem, was alles umfängt. Das ist zumindest meine Hoffnung. Auch wenn sie immer wieder enttäuscht wird. Aber ich gebe sie nicht auf. Ich denke an den Satz aus der Bibel. Wenn Christus die Wahrheit ist, dann bin ich’s schon mal nicht. Und ich denke an Amir aus dem Iran, der so ergriffen war bei der Taufe. Wie er sich staunend und neugierig auf die Zehenspitzen gestellt hat. Voller Respekt. Und dann haben wir gefeiert. Gemeinsam. Und was, wenn in dieser kleinen Szene alles steckt, was Religion ausmacht? Wer Recht hat, werden wir in diesem Leben nie erfahren. Und vielleicht ist das gerade gut so.
Die Evangelische Morgenfeier
"Eine halbe Stunde zum Atemholen, Nachdenken und Besinnen" - der Radiosender Bayern 1 spielt die Evangelische Morgenfeier für seine Hörer:innen immer sonntags von 10.05 bis 10.30 Uhr. Dabei haben Pfarrer:innen aus ganz Bayern das Wort. "Es geht um persönliche Erfahrungen mit dem Glauben, die Dinge des Lebens - um Gott und die Welt."
Sonntagsblatt.de veröffentlicht die Evangelische Morgenfeier im Wortlaut jeden Sonntagvormittag an dieser Stelle.