2015 verließ Naderlo den Iran auf der Suche nach Freiheit und einem besseren Leben. Nach einer schwierigen Flucht kam er nach Deutschland, fühlte sich jedoch fremd und ohne Zugehörigkeit. Als er in Bayreuth iranische Christen kennenlernte, begann er zunächst aus kritischer Haltung die Bibel zu lesen. Doch die intensive Beschäftigung mit dem Johannesevangelium veränderte sein Leben. 2016 ließ er sich taufen.
Die Entscheidung hatte schwere Folgen: Seine Familie verstieß ihn, Freunde brachen den Kontakt ab. Dennoch hielt Naderlo an seinem neuen Glauben fest. Im Asylverfahren entschied er sich bewusst gegen eine taktische Falschaussage und berichtete offen von seiner Bekehrung. Kurz darauf wurde sein Asylantrag anerkannt – für ihn ein Wunder.
Heute begleitet der ausgebildete Theologe und Pädagoge von Deutschland aus christliche Gemeinschaften im Iran. Besonders bewegt ihn, dass inzwischen auch seine Mutter, sein Vater, sein Bruder und weitere Angehörige zum christlichen Glauben gefunden haben. Für Naderlo ist Christsein keine Religion im klassischen Sinn, sondern eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus – und die Heimat, nach der er lange gesucht hatte.