Garmisch-Partenkirchen (epd). In Garmisch-Partenkirchen soll mit zwei Gedenkgottesdiensten an das schwere Zugunglück vom Freitag mit fünf Toten erinnert werden. Am 11. Juni soll es am Abend in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Partenkirchen einen ökumenischen Gedenkgottesdienst mit dem Münchner Erzbischof Reinhard Marx und dem Münchner evangelischen Regionalbischof Christian Kopp geben, sagte Martin Dubberke, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Garmisch-Partenkirchen, am Sonntag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Am Pfingstmontag (6. Juni, 19 Uhr) soll es in Maria Himmelfahrt ein gemeinsames Gebet geben.
Die ökumenische Gebetsfeier am Pfingstmontag soll in deutscher und auch in ukrainischer Sprache stattfinden, weil sich nach epd-Informationen unter den Todesopfern auch zwei ukrainische Frauen, die mit ihren Kindern aus der Ukraine geflohen sind, befinden sollen. Dubberke und auch Irene Konrad, im Vorstand des Kriseninterventionsteams in Garmisch-Partenkirchen und zuständige Pfarrerin für Burgrain, wo sich das Zugunglück am Freitagmittag ereignet hatte, zeigten sich im epd-Gespräch betroffen. "Das ist wirklich schwer auszuhalten. Die Frauen entkommen dem Krieg in der Ukraine und sterben bei uns in einem Zug", sagten Konrad und Dubberke.
Konrad hat den schweren Unfall aus nächster Nähe mitbekommen, weil sie nicht weit entfernt vom Unglücksort wohnt. Angesichts all der Sirenen und der vielen Hubschrauber sei sofort klar gewesen, dass etwas Schlimmes passiert sein müsse. Sie selbst sei als Mitglied im Kriseninterventionsteam zwar nicht am Einsatz beteiligt gewesen. Wenn in den kommenden Tagen geistlicher Beistand benötigt werde, sei sie aber einsatzbereit. "Für uns ist es wichtig, dass wir den großen Gedenkgottesdienst gut hinbekommen und dass wir als Christen den Menschen zur Seite stehen."
Die Region um Garmisch-Partenkirchen befinde sich wegen des anstehenden G7-Gipfels (26. bis 28. Juni) auf Schloss Elmau und der im Mai gestarteten Oberammergauer Passionsspiele ohnehin schon im Ausnahmezustand, sagten Konrad und Dubberke weiter. Die bereits bestehende Grundaufregung sei jetzt nochmal größer. Die Betroffenheit nach dem Zugunglück sei an allen Ecken spürbar, sagte Dubberke. "Das ist ganz furchtbar. Die meisten von uns kennen die Menschen, die Zug waren." In einer kleinen Stadt wie Garmisch-Partenkirchen kenne jeder jeden. Diese Nähe berühre einen nochmal ganz anders.
Bei dem schweren Zugunglück am vergangenen Freitag in Burgrain nahe Garmisch-Partenkirchen sind laut Polizei- und Behördenangaben fünf Menschen gestorben, unter ihnen wohl auch ein Schüler. Mehrere Dutzend Menschen sind verletzt, einige von ihnen schwer. Immer noch werden Menschen vermisst. Der Zug mit insgesamt 140 Fahrgästen war aus bisher noch ungeklärten Gründen um die Mittagszeit entgleist. Viele Schülerinnen und Schüler saßen am letzten Schultag vor den Pfingstferien im Zug. Hunderte Rettungskräfte waren im Einsatz.