München (epd). Die Menschen in Bayern haben im vergangenen Jahr wegen der Corona-Pandemie deutlich mehr Kinderkrankengeldtage beantragt als sonst. Insgesamt habe die Barmer rund 141.500 Kinderkrankengeldtage bewilligt, teilte die Krankenkasse am Freitag in München mit. Das seien mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2020, als rund 52.200 solcher Tage bewilligt worden seien. Damit schließt sich Bayern dem bundesweiten Trend an: Im Jahr 2020 waren es rund 566.000 Kinderkrankengeldtage, im Jahr 2021 dann bereits 1,31 Millionen.
"Das Kinderkrankengeld entlastet Eltern, die ihre Kinder aufgrund einer Erkrankung oder pandemiebedingt selbst betreuen müssen", sagte Claudia Wöhler, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Bayern. Es habe sich damit in Krisenzeiten hervorragend bewährt. Etwa 30 Prozent der Gesamtzahltage im Jahr 2021 seien auf das pandemiebedingte Kinderkrankengeld entfallen. Eltern konnten dieses im vergangenen Jahr erstmalig nutzen, wenn sie ihre Kinder wegen coronabedingter Schul- und Kitaschließungen zu Hause betreuen mussten.
Frauen hätten die Kinderkrankentage dabei sehr viel häufiger in Anspruch genommen als Männer, heißt es weiter. 75 Prozent der bewilligten Tage seien von Frauen beantragt worden. "Unsere Analyse zum Kinderkrankengeld zeigt deutlich, dass Frauen in den Familien oftmals noch immer die Hauptlast bei der Kinderbetreuung tragen", sagte Wöhler. "Sie bleiben deutlich öfter zu Hause und kümmern sich häufiger um die Kinder als die Männer."
Am häufigsten wurde das Kinderkrankengeld bei Barmer-Versicherten im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen in Anspruch genommen - nämlich in 264.500 Fällen. Danach folgen Brandenburg (152.700), Bayern (141.500), Mecklenburg-Vorpommern (102.800) und Niedersachen (90.500).