Fürth (epd). Bauen boomt: Im vergangenen Jahr wurden in Bayern so viele neue Wohnungen genehmigt wie zuletzt vor 26 Jahren. Die mehr als 80.000 neuen Wohnungsbaugenehmigungen 2021 seien nicht nur ein Plus von 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, sondern auch das beste Ergebnis seit 1995, teilte das Landesamt für Statistik in Fürth am Dienstag die vorläufigen Zahlen mit. Handlungsbedarf gebe es aber beim Bau von Mehrfamilienhäusern in den Großstädten.

Bayerns Bauministerin Kerstin Schreyer (CSU) sieht sich bestätigt: "Ich habe immer gesagt, dass gegen die Wohnraumknappheit nur Bauen, Bauen, Bauen hilft. Der anhaltende Trend steigender Baugenehmigungen zeigt, dass wir da auf einem sehr guten Weg sind", sagte sie laut Mitteilung. So wurden 2021 in Bayern für insgesamt 80.344 neue Wohnungen Baugenehmigungen erteilt oder Genehmigungsfreistellungsverfahren abgeschlossen. Maßgeblich für die steigenden Zahlen waren die genehmigten Neubauten von Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern.

Bei den Mehrfamilienhäusern gibt es den Zahlen zufolge hingegen eine Stagnation. "Wir brauchen auch im Bereich des Geschosswohnungsbaus mehr Wohnungen, um sowohl die Miet- als auch die Preissteigerungen für Eigentumswohnungen zu dämpfen", sagte Schreyer. Auch der Verband bayerischer Wohnungsunternehmen kritisierte den Wohnungsbau in den Großstädten. Die Zahlen dort zeigten "eine gefährliche Entwicklung": "Dort, wo die Wohnungen am dringendsten gebraucht werden, ziehen sich die Bauherren zurück", bedauerte Verbandsdirektor Hans Maier laut Mitteilung vom Dienstag. Ursache seien die drastisch gestiegenen Bau- und Grundstückspreise.

Er sieht die Wohnungsbauziele der Bundesregierung von 400.000 Wohnungen jährlich, davon 100.000 öffentlich gefördert, in Gefahr. Gerade für sozial orientiere Wohnungsunternehmen werde Bauen immer unattraktiver. Ministerin Schreyer appellierte an den Bund, beim Wohnungsbau "endlich in die Gänge zu kommen" und verlässliche Grundlagen zu schaffen.