Erlangen (epd). Straßennamen und Gebäude-Namen geraten immer wieder bei der Nachwelt in die Kritik: Beispiele können eine Erwin-Rommel-Straße, eine Haberstraße oder ein Hans-Liermann-Institut sein. Mit diesem Aspekt der Erinnerungskultur will sich in diesem Wintersemester eine öffentliche Ringvorlesung "Umstrittenes Gedenken - Zur Problematik der Benennung von Straßen und akademischen Institutionen" an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen (FAU) befassen, teilte die Hochschule am Mittwoch mit. Die Reihe sei von der Arbeitsgruppe Erinnerungskultur der FAU konzeptioniert. Auftakt ist am 9. November um 18 Uhr in der Aula im Erlanger Schloss. Anschließend finden die Vorlesungen wöchentlich bis 14. Dezember und wieder ab 11. Januar bis 1. Februar statt.

Zum Auftakt spricht Professor Christoph Cornelißen (Frankfurt) über die immer wiederkehrende Debatte um umstrittene Straßennamen in Deutschland und den Zusammenhang mit der Erinnerungskultur. In weiteren Vorlesungen nehmen FAU-Expertinnen und Experten Orte und deren historisch wichtigen Ereignisse und Namensgeber unter die Lupe. Wie militärisches Gedenken im öffentlichen Raum vorkommt, beleuchtet ein Vortrag zu General Erwin Rommel. Außerdem berichtet der Arbeitskreis Straßennamen des Stadtarchivs Erlangen von seinem Umgang mit umstrittenen Straßennamen.

Auch manche Einrichtungen der FAU haben Adressen mit Namen, die bereits öffentlich diskutiert wurden, heißt es in der Mitteilung. Hans Liermann sei Jura-Professor an der FAU gewesen, in den Jahren des Zweiten Weltkriegs Dekan seiner Fakultät und seit 1983 Namensgeber des Instituts für Kirchenrecht. Er war Mitglied in mehreren NS-Organisationen.