Garmisch-Partenkirchen (epd). Führende Kirchenvertreter haben mit großer Betroffenheit auf das schwere Zugunglück in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen reagiert. Er denke jetzt zuallererst an die Toten, die Verletzten und die Angehörigen, sagte der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag auf Anfrage.

"Das Unglück trifft sie in einer Situation, in der sie sich auf das Pfingstwochenende oder zwei Wochen Pfingstferien gefreut haben", sagte er weiter. Diese Vorfreude sei nun jäh unterbrochen worden, für manche täten sich Abgründe auf. "Ich hoffe, dass sie spüren, wie viele Menschen jetzt an sie denken und Anteil nehmen an ihrem Leid. Ich bete für sie", sagte er.

Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx sagte am Freitagabend, er sei "schockiert und traurig, dass bei diesem schlimmen Unfall Menschen aus der Mitte des Lebens gerissen, getötet oder teilweise schwer verletzt wurden". Im Gebet sei er "mit vielen anderen gemeinsam verbunden mit allen Opfern, Verletzten und Hinterbliebenen". Der Verlust, den die Angehörigen der Verstorbenen zu erleiden hätten, sei "schwer erträglich und mit Worten nicht begreifbar zu machen".

Auch der Münchner evangelische Regionalbischof Christian Kopp äußerte seine Trauer. "Es ist so ein Unglück, wenn Menschen in einem so sicheren Verkehrsmittel zu Schaden kommen", sagte er auf epd-Anfrage. Es seien Kinder und Jugendliche im Zug gewesen, die sich auf die Ferien gefreut hätten. "Ich trauere um die Toten. Ich bitte für die Verletzten. Ich bete für die Trauernden und Hoffenden. Ich danke allen Einsatzkräften", sagte Kopp.

Mehrere Politiker aus Bundes- und Landespolitik waren am Freitag an den Unglücksort gereist, unter ihnen der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Am Samstagvormittag will sich der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ein Bild von der Lage vor Ort machen.

Die Ortsgemeinden und Kirchen sind nach epd-Informationen bereits in den Planungen für eine ökumenische Gedenkfeier für Angehörige und Einsatzkräfte. Der zunächst angedachte Termin am 11. Juni steht aber nochmal zur Diskussion.

Bei einem schweren Zugunglück am Freitag in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen sind laut Polizei- und Behördenangaben mindestens vier Menschen gestorben, 30 seien verletzt, davon mehrere schwer. Der Zug war aus bisher noch ungeklärten Gründen um die Mittagszeit entgleist. Viele Schülerinnen und Schüler saßen am letzten Schultag vor den Pfingstferien im Zug. Hunderte Rettungskräfte waren im Einsatz.