München, Brünn (epd). Der Wolf, der im Dezember in Oberbayern in mehreren Landkreisen Schafe und Ziegen gerissen hat, ist tot. Genetische Untersuchungen hätten ergeben, dass es sich bei einem Wolf, der vor drei Wochen im tschechischen Brünn überfahren worden war, um dieses Tier handelt, teilte das Landesamt für Umweltschutz am Mittwoch mit. Der Ort, an dem der Wolf in Bayern zuletzt gesehen wurde, Marktschellenberg, sei etwa 360 Kilometer Luftlinie von der Stelle entfernt, an dem er den Tod fand. Den Wolfsrüden "GW2425m" hatte die Regierung von Oberbayern per Allgemeinverfügung Ende Januar zum Abschuss freigegeben. Dagegen hatte unter anderem der Bund Naturschutz geklagt und Recht bekommen.

Die Regierung von Oberbayern begründete die Abschussgenehmigung mit der Gefahr durch den Wolf für die öffentliche Sicherheit und den Menschen. Das Verwaltungsgericht wiederum befand, dass der Wolf sich Menschen nicht in einer arttypischen Weise genähert habe. Außerdem wisse man seit dem 19. Dezember nicht mehr, wo der Wolf sei.

Naturschützer, Nutztierhalter, Politiker und Gerichte waren sich wochenlang uneins, wie mit dem Wolf umgegangen werden sollte. "Eine Gefährdung darf nicht erst dann gesehen werden, wenn wirklich etwas passiert ist", mahnte etwa Forstministerin Michaela Kaniber (CSU). Naturschützer wiederum betonten, dass der Wolf keinerlei Interesse an Menschen gezeigt habe. Anstatt ihn abzuschießen, müsse die Staatsregierung mehr für den Schutz von Nutz- und Herdentieren tun und die Förderung für wolfsabweisende Zäune erhöhen.