München (epd). Der bayerische Landesverband der Gehörlosen fordert eine eigene Stimme im Landesbehindertenrat sowie ein Gehörlosengeld als Nachteilsausgleich. Dies teilte der Verein anlässlich des 9. Internationalen Tages der Gebärdensprachen am Mittwoch in München mit. Eine Beteiligung von Betroffenen im Einzelfall reiche nicht aus. Gehörlose brauchten einen festen Platz in den Strukturen, so wie es in zwölf anderen Bundesländern bereits der Fall sei. "Zwanzig Jahre nach der UN-Behindertenrechtskonvention erwarten wir, dass gehörlose Menschen in Bayern dort mitentscheiden, wo über sie entschieden wird", so der Verbandsvorsitzende Marcus Willam.
Zudem glichen verschiedene Bundesländer - nicht aber Bayern - die Mehraufwendungen gehörloser Menschen durch ein Gehörlosengeld aus. Auch Deutsche Gebärdensprache als Unterrichtsfach an bayerischen Schulen sowie eine Aufarbeitung des historischen Gebärdensprachverbots zählen zu den Forderungen des Landesverbands. Über Generationen wurde gehörlosen Kindern an deutschen Schulen die Gebärdensprache untersagt. Am 22. Oktober will sich der Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend und Familie des Bayerischen Landtags in einem öffentlichen Fachgespräch damit befassen.