München (epd). Teilzeitarbeit befördert einer neuen Studie zufolge die ungleichen Löhne zwischen Männern und Frauen. Dass die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern immer größer werde, habe viel damit zu tun, dass zunehmend Frauen in den geringer bezahlten Teilzeitjobs arbeiteten, zeigten Soziologinnen der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) laut Mitteilung vom Dienstag. Die Wissenschaftlerinnen haben die Entwicklung von Stundenlöhnen von 1985 bis 2014 ausgewertet.
Bisher hieß es, dass die Lohnlücke "nur" stagniere, obwohl Frauen in den vergangenen Jahrzehnten bei Bildungsabschlüssen und Berufserfahrung gegenüber Männern deutlich aufgeholt hätten. Die Studie der LMU zeige nun aber, dass insbesondere Teilzeitarbeit den sogenannten "Gender Wage Gap" sogar befördere.
Die steigende Möglichkeit zur Teilzeit hätte zwar mehr Frauen in den Arbeitsmarkt gebracht. "Aber die kürzeren Arbeitszeiten gehen mit geringeren Stundenlöhnen einher", erklärten die Wissenschaftlerinnen. Der Abstand in der Bezahlung von Teilzeit- und Vollzeitjobs sei über die Zeit sogar größer geworden.
Für ihre Studie untersuchten die Münchner Wissenschaftlerinnen die Entwicklung der Lohnungleichheit bei den Stundenlöhnen zwischen Männern und Frauen in Westdeutschland über den Zeitraum von 30 Jahren.