München (epd). Die Stadtplanungskommission hat den Bauplänen für ein drittes stationäres Hospiz für München grundsätzlich zugestimmt. Das ehrenamtliche Gremium, das Stadtrat und Behörden bei Bauvorhaben in prominenter Lage berät, signalisierte bei seiner Sitzung am Dienstagabend mehrheitlich große Unterstützung für das Projekt des Hospizvereins DaSein. "Das freut mich und uns alle sehr", sagte DaSein-Geschäftsführerin Katharina Rizzi dem Evangelischen Presseverband (epd).
Auf dem Eckgrundstück, das die evangelische Lutherkirche dem Hospizverein in Erbpacht überlassen möchte, soll ein vier- bis fünfstöckiges Hospizzentrum mit 12 bis 16 stationären Betten, einer Tages- und Nachtambulanz sowie Beratungsangeboten entstehen. "Die Patienten sollen alles, was sie brauchen, an einem Ort bekommen", erläuterte Rizzi. Mit öffentlichen Angeboten aus Kunst und Kultur solle das Tabuthema Sterben in der Stadtgesellschaft enttabuisiert werden.
Das Votum der Stadtplanungskommission war für den Hospizverein entscheidend. "Das Grundstück ist nicht sehr groß, deshalb müssen wir in die Höhe bauen", sagte Rizzi. Weil aber das renommierte Architekturbüro Sauerbruch Hutton auf dem benachbarten Grundstück einen ebenfalls fünfstöckigen Wohnkomplex plant, zogen die Baubehörden die Experten der Kommission zurate. Die gaben grundsätzlich grünes Licht: Die Entwürfe täten dem Stadtraum "nur gut", sagte Architektin Birgit Rapp aus Amsterdam; ihr Kollege Peter Brückner aus Tirschenreuth begrüßte den öffentlichkeitswirksamen Standort des Hospizes und sicherte "maximale Unterstützung" zu.
Der Hospizverein will nun eine Bauvoranfrage an die Lokalbaukommission richten. Anschließend solle ein privater Wettbewerb mit etwa fünf teilnehmenden Architekturbüros ausgeschrieben werden, sagte Stadtplaner Walter Landherr, der für den Hospizverein die Machbarkeitsstudie erstellt hatte. Denn wenn auch die Behörden grünes Licht geben, soll es schnell gehen: In München gebe es derzeit für 1,5 Millionen Einwohner nur 28 Hospizbetten, sagte Katharina Rizzi: "Die Menschen sterben, während sie auf der Warteliste stehen."