Schweinfurt (epd). Nach gut zwei Wochen ist am Sonntag die "Vesperkirche Anders" in Schweinfurt zu Ende gegangen - und die Veranstalter sind zufrieden mit dem Ergebnis. Statt den täglich rund 400 Essen in Vor-Pandemie-Zeiten wurden heuer pro Tag zwischen 30 und 55 Essen verkauft, teilte das evangelische Dekanat Schweinfurt am Montag mit. Damit wurden die geplanten 60 bis 100 Essen pro Tag nicht ganz erreicht, die sich Diakonie und Kirchengemeinde St. Johannis vorgenommen hatten. Trotzdem sei man zufrieden, "ein Lebenszeichen" mit der Aktion gesetzt zu haben.

Nachdem die Schweinfurter Vesperkirche vergangenes Jahr wegen der Corona-Pandemie mehr oder weniger nur als Andachtsreihe stattfinden konnte, sollte es heuer auch wieder Essen vor Ort geben. Ein Menü in der Kirche konnte es wegen der Pandemie auch diesmal nicht werden, stattdessen gab es für 1,50 Euro ein einfaches Essen, das im Stehen vor Ort gegessen oder mitgenommen werden konnte. Darüber hinaus wurden bei der Vesperkirche auch wieder Mittagsimpulse angeboten, zudem habe es in der St. Johanniskirche auch ein niederschwelliges Impfangebot gegeben.

Ob und wann es auch kommendes Jahr wieder eine Schweinfurter Vesperkirche geben wird, sei noch unklar - auch wenn sich alle Beteiligten nach einer Wiederholung sehnen, teilte das Dekanat weiter mit. Helfende Hände gebe es genug, heuer konnten längst nicht alle Hilfsbereiten wegen des anderen und kleineren Formats eingesetzt werden. Ob es weitergeht, hängt aber auch vom Kontostand ab: Die "Vesperkirche Anders" habe einen vierstelligen Verlust eingefahren, um den Gästen das vergünstigte Essen anbieten zu können. Nun benötige man Spendern von Firmen und Privatleuten.

Die Schweinfurter Vesperkirche und Diakonie und Kirchengemeinde gibt es seit 2015, sie ist damit die älteste Vesperkirche in Bayern. Die Idee der Vesperkirchen kommt vor allem aus dem Südwesten: In Baden-Württemberg haben die Vesperkirchen eine jahrzehntelange Tradition.