Weiden, Flossenbürg (epd). Nach Diskussionen um den Verkauf eines Gemeindehauses in Flossenbürg hat der evangelische Regensburger Regionalbischof Klaus Stiegler um Verständnis für das Vorgehen der Kirche geworben. Der Verkauf des 52 Jahre alten Bonhoeffer-Hauses sei juristisch korrekt abgelaufen und "eine wirtschaftlich kluge Entscheidung", sagte Stiegler am Montag in Weiden. Er verstehe, dass es emotional schwierig für die Menschen vor Ort sei, weil Erinnerungen in dem Haus steckten. Er bedauere es sehr, dass es wegen des Verkaufs Kirchenaustritte gegeben habe und Mitarbeitende ihre Aufgaben niedergelegt hätten: Die Kirche werde kleiner, deshalb seien nicht mehr alle Gebäude aufrechtzuerhalten. Es gelte der Grundsatz: "Menschen vor Mauern", sagte Stiegler.
Der Kirchengemeinde hätten die Rücklagen für den Erhalt des Hauses gefehlt, erläuterte der evangelische Weidener Dekan Thomas Guba. Eine Sanierung des Bonhoeffer-Hauses sei dringend notwendig gewesen. Das sei bereits bei einer Baubegehung des Landeskirchenamtes im Januar 2020 deutlich geworden. Guba stellte darüber hinaus die neuen Besitzer vor. Sie kauften nicht nur das Bonhoeffer-Haus, sondern auch das evangelische Pfarrhaus, das sie nach einer Sanierung selbst beziehen wollen. Das Gemeindehaus hätten sie unter der Option gekauft, dieses der Kirchengemeinde zur Miete zur Verfügung zu stellen, erläuterten die Käufer.
Das Gemeindehaus mit dem traditionsreichen Namen "Bonhoffer-Haus" wurde 1970 erbaut und gehört der Kirchengemeinde, wird aber seit Jahrzehnten von einem Jugendheimverein unterstützt. Etwa die Hälfte der 380 Gemeindemitglieder gehört auch dem Verein an.