Nürnberg (epd). Die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern hat die verstorbene Bischofswitwe Hiltrud von Loewenich als starke Frau gewürdigt. Hiltrud von Loewenich sei zu einer Zeit, "in der das noch gar nicht selbstverständlich war", einen eigenen Weg gegangen und habe eigene Positionen eingenommen, sagte Hann von Weyhern am Samstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Witwe des früheren bayerischen Landesbischofs Hermann von Loewenich (1931-2008) war bereits am 18. September im Alter von 86 Jahren gestorben, wie erst jetzt bekannt wurde.

Hann von Weyhern sagte, Hiltrud von Loewenich sei einerseits "treu und zuverlässig" an der Seite ihres Mannes gestanden - während dessen Amtszeit und auch danach. "Sie hat ihn gepflegt und war bis zum Schluss jeden Tag an seiner Seite, auch als er wegen seiner Demenz bereits im Pflegeheim gelebt hat", erinnerte Hann von Weyhern. Andererseits sei sie aber auch "ihren ganz eigenen Weg" gegangen, etwa mit ihrem Engagement in der Pfarrfrauenarbeit oder beim Frauenwerk Stein. "Ich habe sie sehr gemocht und die Gespräche mit ihr sehr geschätzt", sagte die Regionalbischöfin.

Noch vor rund drei Wochen sei sie bei der 100-Jahr-Feier des Predigerseminars in Nürnberg dabei gewesen. Ihr Ehemann war dort in den Nachkriegsjahren Studieninspektor. Bei der Feierstunde habe Hiltrud von Loewenich noch einmal viele ihrer früheren Weggefährten getroffen, berichtete Hann von Weyhern. In derselben Nacht sei von Loewenich dann verstorben, ohne dass es dafür irgendwelche Vorzeichen gegeben habe. Von Loewenichs hinterlassen einen Sohn und eine Tochter sowie mehrere Enkelkinder.