Regensburg (epd). In Regensburg werden am 18. Mai (Mittwoch) 14 weitere Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Zwischen 9 und 13.30 Uhr werden die messingfarbenen Gedenksteine an mehreren Orten in Regensburg und an einer Stelle in der Gemeinde Lappersdorf verlegt, teilte der Verein Stolpersteine mit. Regensburg ist mit etwa 220 Stolpersteinen die Stadt mit den zweitmeisten Stolpersteinen in Bayern. Nur Würzburg hat mehr mit ungefähr 650.
Ein besonderes Augenmerk lenkt der Verein diesmal auf die Verlegung eines Stolpersteins für den Domprediger Johann Maier. Er starb, weil er an einem der letzten Kriegstage am 23. April 1945 auf dem heutigen Dachauplatz die kampflose Übergabe Regensburgs forderte, um Menschenleben zu retten. Die Nazis hängten ihn noch in derselben Nacht auf. Auch Josef Zirkl, ein schwerhöriger Rentner, der wegen seiner Schwerhörigkeit direkt neben dem Domprediger Maier stand, wurde festgenommen und von einem Standgericht zum Tode verurteilt und noch am 24. April 1945 erhängt. Bei der Verlegung der beiden Gedenksteine werden der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und Generalvikar Roland Batz teilnehmen, teilte der Verein mit.
Bereits am 5. Mai wurden drei Stolpersteine wiedereingesetzt, die infolge der Bauarbeiten auf dem Stobäusplatz abhandengekommen waren. Sie gelten Isidor, Karolina und Karl Heller, die im April 1942 von den Nazis ins KZ Piaski deportiert und ermordet wurden.
Das Stolpersteine-Projekt des Künstlers Gunter Demnig startete im Jahr 1992 und ist mit mehr als 75.000 Stolpersteinen in mehr als 25 Ländern das größte dezentrale Mahnmal weltweit. Die Steine, kleine quadratische Betonsteine mit Messingplatte in Kopfsteinpflastergröße mit Informationen zu den Personen, werden immer vor den letzten selbstgewählten Wohnorten der NS-Opfer in den Boden eingelassen.