Augsburg (epd). Er hat über viele Jahre die kirchliche Publizistik in Augsburg und weit darüber hinaus geprägt: Der frühere Redakteur des Evangelischen Pressedienstes (epd), Gerd Geier, ist am Mittwoch mit 91 Jahren in Augsburg gestorben, wie seine Familie mitteilte. Der gebürtige Bayreuther Journalist leitete von 1966 bis 1996 das Büro des Evangelischen Presseverbands für Bayern (EPV) in Augsburg.

Er schrieb für die evangelische Wochenzeitung für Bayern, das "Sonntagsblatt", und den Evangelischen Pressedienst (epd), widmete sich aber auch sehr stark dem Thema Neue Medien. Auf seine Initiative hin entstand der Fachdienst "Kirche und Neue Medien", er gründete den Landesausschuss für Publizistik, dessen Geschäftsführer er war, und er brachte in Augsburg den monatlichen "A-Dienst" für kirchliche Mitarbeiter heraus.

"Der Evangelische Presseverband ist Gerd Geier zu außergewöhnlichem Dank verpflichtet, denn er hat als Medienpionier früh mediale Trends erkannt, die Professionalisierung der evangelischen Publizistik vorangetrieben und hatte dabei die menschliche Seite immer besonders im Blick", sagte der Direktor des Evangelischen Presseverbands für Bayern, Roland Gertz, am Donnerstag. Geier setzte sich auch für die Medienarbeit der evangelischen Landeskirche ein. Für seine Mittlerdienste zwischen Kirche und Welt wurde er 1996 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Gerd Geier studierte Zeitungswissenschaften und Germanistik und war ab 1964 nach einem Volontariat Redakteur und Chef vom Dienst beim "Bayreuther Tagblatt". 1964 wechselte er als Redakteur zum Evangelischen Presseverband. Er selbst rechnete zu seinem Ruhestand aus, dass er in den 32 Jahren beim EPV für mehr als 1.500 "Sonntagsblatt"-Ausgaben über "die Erlebniswelt Kirche" geschrieben habe. Er berichtete fair und kritisch über soziale Themen, über die Augsburger Ökumene, über Gemeinden im Ries ebenso wie über Themen aus Lindau. In seinen Beiträgen war er der Erste, der den Titel des "Kreisdekans" durch "Regionalbischof" ersetzte - eine Bezeichnung, die sich später auch in der bayerischen Landeskirche selbst durchsetzte.

Gerd Geier hinterlässt seine Frau Isolde Donderer-Geier, die ebenfalls über viele Jahre in der Augsburger Redaktion des EPV arbeitete.