Würzburg (epd). Überraschende Wende beim Fränkischen Weinbauverband: Nachdem dieser noch vor zwei Wochen die für April geplante Wahl zur Fränkischen Weinkönigin mangels Bewerberinnen abgesagt hatte, soll es nun doch eine Wahl geben. Wohl auch wegen der öffentlichen Absage hätten inzwischen nämlich "junge weinbegeisterte Damen" zugesagt, sich einer Wahl zu stellen, teilte der Verband am Freitag mit. Bis Mittwoch (2. März) nimmt der Verband noch weitere Bewerbungen an, die Wahl zur dann 65. Weinkönigin soll dann am 27. Mai in Würzburg stattfinden, hieß es.
Wäre es bei der geplanten Absage geblieben, hätte es das dritte Jahr in Folge keine neue Fränkische Weinkönigin gegeben. In den beiden Vorjahren war die Wahl jeweils wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Die am 22. März 2019 eigentlich für ein Jahr gewählte Weinkönigin Carolin Meyer blieb nach den Absagen der Wahlen 2020 und 2021 einfach weiter im Amt. Doch ein viertes Amtsjahr konnte Meyer wegen eigener beruflicher Pläne nicht anhängen - deshalb sollten vertretungsweise die 80 Fränkischen Weinprinzessinnen den Job der Weinkönigin gemeinsam übernehmen.
Das Amt der Fränkischen Weinkönigin ist auf ein Jahr angelegt, in dieser Zeit repräsentiert die Amtsinhaberin - die laut Regularien entweder aus einer Weinbaufamilie kommen oder Winzerin sein muss - das Weinanbaugebiet Franken. Sie hat gewöhnlich mehr als 400 Termine im Jahr, es ist also ein Vollzeitjob auf Zeit. Bis 1963 war es üblich, dass die Amtszeit der Fränkischen Weinkönigin zwei Jahre beträgt. Eine Weinhoheit mit drei Jahren Amtszeit wie nun bei der scheidenden Weinkönigin Carolin Mayer hat es zuvor aber noch nicht gegeben.