Hilpoltstein (epd). Die Vielfalt und Anzahl von Insekten geht zurück. Auf dieses Problem machen der Landesbund für Vogelschutz (LBV) und sein bundesweiter Partner NABU aufmerksam und rufen wieder Kinder und Erwachsene auf, Insekten zu zählen. Die Mitmachaktion gebe es bereits seit fünf Jahren und sie wolle auch in diesem Jahr zum Entdecken und Beobachten animieren, teilten der LBV und der NABU am Mittwoch mit.
Im Fokus des diesjährigen Insektensommers steht die Hummel. Für 2022 wurde daher die Entdeckungsfrage "Kannst du Hummeln am Hintern erkennen?" ausgewählt. Nach Angaben von Tarja Richter, LBV-Insektenexpertin, lassen sich Hummeln anhand ihrer verschiedenen Muster auf dem Hinterteil unterscheiden. Als häufigste Arten nennt sie die Ackerhummel, Steinhummel und Erdhummel.
Insekten allgemein sorgen für die Vermehrung von Pflanzen und tragen zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Verantwortlich für den Artenrückgang, so der LBV, seien eine intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und der Verlust von Hecken oder Saumbiotopen. Deshalb wolle die Aktion aufzuzeigen, wie wichtig Insekten für Mensch und Natur sind. Da man nur schütze, was man kenne, so Tarja Richter, gehe es vorrangig darum, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren.
Die Zählaktion findet vom 3. bis 12. Juni und vom 5. bis 14. August an beliebigen Orten im Freien statt. Das Beobachtungsgebiet soll etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standort sein. Eine Stunde lang sollen die Teilnehmenden am ausgewählten Ort aufschreiben, wie viele Insekten sie sehen. Unter www.lbv.de/insektensommer können die Beobachtungen eingetragen werden.