Gerolfingen (epd). Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause soll es diesen Pfingstmontag (6. Juni) wieder einen Bayerischen Kirchentag in Präsenz auf dem Hesselberg geben. Die Planungen für das Programm laufen schon seit Wochen auf Hochtouren: Fest steht, dass zur inzwischen 69. Auflage neben Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm unter anderem auch der Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags (DEKT) 2023 in Nürnberg, Thomas de Maizière, zur Hauptversammlung kommen wird. Das Motto des Bayerischen Kirchentags 2022 lautet "Zusammenhalten".
Zum traditionellen Open-Air-Gottesdienst am Pfingstmontagmorgen auf der großen Wiese unterhalb des Evangelischen Bildungszentrums (EBZ) am Hesselberg hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sein Kommen angekündigt. Die Predigt hält Pfarrerin Miriam Groß, die als Seelsorgerin am Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei in Bamberg arbeitet. Zuvor war sie als Pfarrerin in der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde in New York tätig - über ihre dortigen Erfahrungen hat Groß ein Buch geschrieben. Der Gottesdienst wird auch live über Youtube gestreamt.
Neben dem Gottesdienst und der Hauptversammlung ist dieses Jahr auch wieder ein "Markt der Möglichkeiten" mit mehr als 35 Ausstellern vor allem aus dem diakonischen und kirchlichen Bereich geplant - sowie ein Kinderkirchentag mit eigenem Programm. Am Sonntagabend ist zudem wieder eine "Night of Spirit" geplant, mit der vor allem ein junges Publikum angesprochen werden soll. Sie wird gestaltet vom deutsch-schottischen Pfarrer Steve Kennedy Henkel, den Moderatoren Pfarrerin Johanna Bogenreuther und Pfarrer Michael Babel sowie der Band "Good Weather Forecast".
Am Pfingstmontag 1951 eröffnete der damalige bayerische Landesbischof Hans Meiser auf dem 689 Meter hohen Berg die neu gegründete Landvolkshochschule, daraus entwickelte sich der Kirchentag. Er gilt heute als größte kirchliche Freiluft-Veranstaltung Süddeutschlands, die Besucher kommen vor allem aus Mittelfranken und dem benachbarten Württemberg. Der Berg hat eine dunkle Geschichte: In der NS-Zeit fanden dort von 1933 bis 1939 die "Frankentage" mit bis zu 100.000 Zuhörern statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Hesselberg bewusst zum Ort christlicher Bildung gemacht.