Würzburg (epd). Bewerbermangel, Wahlabsage, Kehrtwende: Nach wochenlangem Hin und Her haben sich nun doch drei junge Frauen als Kandidatinnen für die Wahl zur 65. Fränkischen Weinkönigin gefunden. Um das Amt bewerben sich nun die Winzerin und Zahntechnikerin Linda Keller (23) aus Ramsthal (Kreis Bad Kissingen), die Erzieherin Emmi Wendemuth (21) aus Albertshofen (Kreis Kitzingen) sowie die Winzerin und Weinbau-Studentin Eva Brockmann (23) aus Großwallstadt (Kreis Miltenberg), wie der Fränkische Weinbauverband am Mittwoch mitteilte.
Mitte Februar hatte der Weinbauverband die ursprünglich für April geplante Wahl zur Fränkischen Weinkönigin noch mangels geeigneter Bewerbungen abgesagt - war dann aber zwei Wochen später wieder zurückgerudert: Wohl auch wegen der öffentlichkeitswirksamen Absage hatten sich nämlich doch "junge weinbegeisterte Damen" gemeldet, die sich zur Wahl stellen wollten. Bis zu diesem Mittwoch (2. März) konnten noch weitere Bewerbungen beim Verband eingereicht werden. Die Wahl soll am 27. Mai im Würzburger Kongresszentrum stattfinden, hieß es weiter.
Wäre es bei der geplanten Absage geblieben, hätte es das dritte Jahr in Folge keine neue Fränkische Weinkönigin gegeben. In den beiden Vorjahren war die Wahl jeweils wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Die am 22. März 2019 eigentlich für ein Jahr gewählte Weinkönigin Carolin Meyer blieb nach den Absagen der Wahlen 2020 und 2021 einfach weiter im Amt. Doch ein viertes Amtsjahr konnte Meyer wegen eigener beruflicher Pläne nicht anhängen - deshalb sollten vertretungsweise die 80 Fränkischen Weinprinzessinnen den Job der Weinkönigin gemeinsam übernehmen.
Das Amt der Fränkischen Weinkönigin ist auf ein Jahr angelegt, in dieser Zeit repräsentiert die Amtsinhaberin - die laut Regularien entweder aus einer Weinbaufamilie kommen oder Winzerin sein muss - das Weinanbaugebiet Franken. Sie hat gewöhnlich mehr als 400 Termine im Jahr, es ist also ein Vollzeitjob auf Zeit. Bis 1963 war es üblich, dass die Amtszeit der Fränkischen Weinkönigin zwei Jahre beträgt. Eine Weinhoheit mit drei Jahren Amtszeit wie nun bei der scheidenden Weinkönigin Carolin Mayer hat es zuvor aber noch nicht gegeben.