Neuendettelsau, Nürnberg (epd). Ein Lieferkettengesetz auf EU Ebene soll die weltweite Kinderarbeit verhindern, fordert Mission Eine Welt anlässlich des Welttags gegen Kinderarbeit am 12. Juni. Das Zentrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission der Evangelischen Kirche in Bayern will, dass Unternehmen noch stärker zur sozialen Verantwortung gezogen werden, als es das bisherige deutsche Lieferkettengesetzt tue, heißt es in einer Mitteilung am Dienstag.

Vor einem Jahr sei das deutsche Lieferkettengesetz vom Bundestag verabschiedet worden, erklärte Gisela Voltz, Referentin für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Allerdings sei die deutsche Verordnung zu schwach und nicht so ausgefallen, wie man es sich von der Initiative gewünschte hatte, sagte sie dem Evangelischen Pressedienst (epd). Mit der Kampagne #YESEUCAN rufe die Initiative Lieferkettengesetz, bei der auch Mission eine Welt Mitglied sei, unter anderem zum Unterzeichnen einer Petition an Bundeskanzler Scholz auf.

Rund 79 Millionen Kinder würden durch schwere und gefährliche Arbeit ausgebeutet, erklärt Mission eine Welt. Beispielsweise würden Kinder in Indien in tiefen Löchern nach dem Glitzer-Mineral Mica graben, das in Autos und vielen Elektronikprodukten steckt. Die meisten Kinder würden unter gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen in der Landwirtschaft, zum Beispiel im Kakao-Anbau in Afrika arbeiten.

Die Initiative Lieferkettengesetz ist den Angaben nach ein Bündnis von mehr als 130 Organisationen aus den Bereichen, Umwelt, Gewerkschaften, Kirchen, Menschenrechte, Entwicklung. Sie will unterbinden, dass europäische Unternehmen von dieser Praxis profitierten und in Europa weiterhin Produkte auf den Markt kommen, die durch Kinderarbeit entstanden sind.