München (epd). Der Druck auf Springer-Chef Mathias Döpfner als Präsident des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) wächst weiter. Die "Süddeutsche Zeitung" (Donnerstag) berichtet über ein Statement der Funke Mediengruppe, in dem diese eine "personelle Neuaufstellung an der Spitze des BDZV" fordert. Man sehe "die Werte, die wohl jedes dem Journalismus verpflichtete Verlagshaus auszeichnen", nicht mehr ausreichend repräsentiert, zitiert die SZ aus dem Funke-Statement: "Zudem haben wir Sorge, dass die Glaubwürdigkeit der gesamten Branche gefährdet ist."

Springer-Chef Mathias Döpfner, der seit 2016 an der Verbandsspitze steht, war kürzlich erneut wegen des Umgangs mit dem bis Herbst 2021 amtierenden "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt in die Kritik geraten. Wie die britische Tageszeitung "Financial Times" Anfang Februar berichtete, war über das Fehlverhalten Reichelts bei Springer offenbar mehr bekannt, als der Verlag bisher nach außen zugegeben hatte. Springer teilte dazu mit, der Bericht der "Financial Times" zeichne "ein irreführendes Bild der Compliance-Untersuchung, der daraus gezogenen Konsequenzen, des gesamten Unternehmens und seiner Führung".

Schon im vergangenen Jahr war massive Kritik an Döpfner laut geworden, weil er in einer privaten und später geleakten SMS im Zusammenhang mit der Pandemiebekämpfung einen Vergleich mit dem "DDR-Obrigkeitsstaat" gezogen und Journalistinnen und Journalisten als "Propaganda-Assistenten" bezeichnet hatte. In einer BDZV-Präsidiumssitzung im November hatte sich Döpfner von dem Inhalt der SMS distanziert und um Entschuldigung gebeten.