Landshut (epd). Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat bei einem Besuch im Krankenhaus Landshut-Achdorf am Mittwoch festgestellt, dass im Zusammenhang mit der Pandemie zwei Jahre die virologische Inzidenz im Mittelpunkt gestanden habe. "Aber wir haben viel zu wenig über die seelische Inzidenz gesprochen. Das müssen wir jetzt tun", erklärte er.

Mit seinem Besuch wollte Bedford-Strohm die Arbeit des Klinikpersonals und der Krankenhaus-Seelsorge würdigen. In seinen Gesprächen mit der Klinik-Leitung habe er eine hohe Wertschätzung für die Klinikseelsorge herausgehört, denn es gebe keine katholischen oder evangelischen Kranken, sondern "nur Menschen, die Zuwendung brauchen". Dass in Landshut die Kliniken teilweise die Krankenhaus-Seelsorge mitfinanzieren, sei eine weise Entscheidung der Politik, so Bedford-Strohm. Für Klinik-Leiter Jakob Fuchs ist das eine Selbstverständlichkeit, die sich auch noch lohne. Denn der Bedarf für Seelsorge bei Patienten, Angehörigen und dem Personal sei groß - nicht nur in Corona-Zeiten, sagte er.

"Wer im Krankenhaus arbeitet, tut das Werk Jesu," sagte der Landesbischof in einer Ansprache, die von der Kapelle im Krankenhaus in alle Stationen übertragen wurde. Ob Kinder, Jugendliche, Kranke oder ältere Menschen - viele leiden unter den derzeitigen Bedingungen. Da sei Seelsorge ein guter und wichtiger Zugang zu den Menschen.