Dachau (epd). Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat am Mittwoch bei einer Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte Dachau einen klaren Kurs gegen Antisemitismus in Deutschland gefordert. Der Schutz jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürgern habe höchste Priorität, sagte der Innenminister bei der Veranstaltung zum Abschluss der Konferenz der Europäischen Rabbiner in München. "Jüdischer Glaube und jüdische Kultur sind ein unverzichtbarer Teil unseres Landes. Hass und Gewalt gegen Juden dürfen wir in Bayern niemals dulden", sagte Herrmann laut einer Mitteilung.

Es sei unerträglich, wenn Hass verbreitet und gegen Juden gehetzt werde. Antisemitismus sei leider ein sehr aktuelles Thema, erklärte der Innenminister mit Blick auf den Anstieg antisemitisch motivierter Straftaten im vergangenen Jahr. Diese schrecklichen Entwicklungen dürften nicht hingenommen werden. "Wir geben weder rechtsextremem noch linksextremem noch islamistischem Antisemitismus auch nur einen Millimeter Platz", sagte Herrmann. Es gehöre zu den fundamentalen Grundwerten unserer Gesellschaft, seine Religion frei und ohne Gefahr ausüben zu können.

Die Erinnerung an die dunkelsten Kapitel der Geschichte müsse wachgehalten werden, betonte Herrmann auch die Bedeutung einer lebendigen Gedenkkultur. Er unterstütze daher die Erweiterung der KZ-Gedenkstätte in Dachau um einige Bauten, die früher zum KZ gehörten und aktuell von der Bayerischen Polizei genutzt werden.