München, Grünwald (epd). Bayerische Kampfansage an Reformator Martin Luther: Anlässlich des 500. Jahrestags der Grünwalder Konferenz von 1522 erinnern die Archäologische Staatssammlung und die Gemeinde Grünwald mit einer Ausstellung an den Startschuss der Gegenreformation. Zehn lebensgroße Tafeln im Innenhof der Burg Grünwald und vor der benachbarten Kirche St. Peter und Paul würden "das historische Ereignis und seine weitreichenden Folgen für ganz Bayern" erklären, teilte die Archäologische Staatssammlung in einer Pressemitteilung mit. Im Mai und Juni seien drei religionsgeschichtliche Vorträge zum Jubiläum geplant.

Rund um den 10. Februar 1522 hatten die regierenden bayerischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X. "aus Sorge um die Einheit der Kirche" zu einem Treffen auf die Burg Grünwald eingeladen. Ergebnis der Konferenz sei laut Pressemitteilung das erste bayerische Religionsmandat gewesen, das "ein Festhalten am wahren Glauben und die Abwehr lutherischer Einflüsse" forderte. Bayern sei infolgedessen neben Spanien und Österreich zum Kernland der Gegenreformation geworden.

Martin Luther hatte 1517 seine 95 kirchenkritischen Thesen vorgelegt, die er an die Wittenberger Schlosskirchentür genagelt haben soll. 1521 war er von Papst Leo X. als Häretiker exkommuniziert worden. Luthers Reformationsgedanken sorgten im ganzen deutschsprachigen Raum für konfessionelle Unruhen.