München (epd). Von Straßburg in den Hirschgarten: Das Europäische Parlament mit seiner Präsidentin Roberta Metsola übernimmt im Sommer die Schirmherrschaft des Ferienprogramms der Freizeitstätte Hirschgarten. Die beiden Programmwochen für Kinder und Jugendlich bis 14 Jahren stehen unter dem Motto "Europa im Herzen". "Wir freuen uns sehr über diese tolle ideelle Unterstützung", sagte Ralf Geweniger, Leiter des Freizeittreffs, im Gespräch mit dem dem Evangelischen Pressedienst (epd). Geplant sei auch der Besuch der Münchner EU-Parlamentsabgeordneten Henrike Hahn (Bündnis 90/Die Grünen). Die Freizeitstätte Hirschgarten ist eine Einrichtung der Landeshauptstadt München und besteht heuer 25 Jahre. Träger ist die Evangelische Jugend München.
Das Motto der Sommerfreizeit sei bereits im Vorjahr von den Kindern in geheimer Abstimmung festgelegt worden, sagte Geweniger. Von "Island bis Italien, von Portugal bis Polen" prägten kulturelle, geografische, kulinarische und politische Themen das Programm. Neben spielerischen Bildungsangeboten stünde aber vor allem der Spaß im Vordergrund bei Workshops und Spielen wie Jugger (Ritterrugby) oder Gagaball. Von den 120 Teilnehmerplätzen seien bereits über 100 belegt, sagte der Teamchef. Das Programm für die Pfingstferien sei ausgebucht.
Besonders stolz ist Ralf Geweniger, dass die rund 40 Ehrenamtlichen allesamt aus dem Teilnehmerkreis stammen. "Alle Jugendlichen, die mit 14 Jahren zu alt fürs Ferienprogramm wären, bekommen von uns eine Einladung zum Casting", erklärte der Sozialpädagoge. Nach einem transparenten Bewertungssystem würden dann die neuen Helferinnen und Helfer ausgewählt. Das Interesse an der Mitarbeit sei groß: "Wir hatten diesmal 20 Bewerbungen für sieben Plätze", sagte Geweniger. Wer nicht zum Zuge komme, dürfe ein weiteres Teil am Programm teilnehmen und im nächsten Jahr sein Glück erneut versuchen.
Abseits der Ferien biete die Freizeitstätte im Hirschgarten seit 25 Jahren ein offenes Programm für junge Menschen von sechs bis 22 Jahren. Viele Kinder und Jugendliche kämen aus sozial benachteiligten Familien. Der Vorteil am offenen Treff sei die Unverbindlichkeit: "Man kann bei uns einfach vorbeischauen und alles ausprobieren", erklärte Geweniger. Wenn jemand Hilfe bei schulischen oder anderen Problemen habe, könne das Team direkt vor Ort darauf eingehen.
Für Kinder seien - nicht erst nach der Pandemie - in der Freizeit pädagogische Freiräume wichtiger als theoretischer Überbau: "Sie sollen sich etwas erarbeiten können, experimentieren, über Erfahrung erschließen", betonte der Fachmann. Während der Pandemie habe die Freizeitstätte "30 verschiedene Hygienekonzepte geschrieben" und alle Angebote unter Zelte ins Freie verlegt: "Ab Ende des ersten Lockdowns hatten wir keinen Tag geschlossen."