Würzburg (epd). Die Rolle des früheren Erzbischofs von München und Freising, Kardinal Michael Faulhaber (1869 bis 1952), vor allem während der NS-Diktatur ist Thema einer Veranstaltung am Dienstag, 28. Juni, in Würzburg. Unter dem Titel "Auf schmalem Grat. Das umstrittene Wirken Kardinal Faulhabers in der NS-Zeit" sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Podiumsdiskussion über das Wirken von Kardinal Faulhaber diskutieren, teilte die Stadt am Dienstag mit. Die Veranstaltung im Kulturspeicher gehe auf einen Vorschlag der Kommission zurück, die Straßennamen untersucht hat, deren Namensgeber die in der NS-Zeit lebten und sich diskreditierende Handlungen zuschulden kommen ließen.
Eine Kommission habe vier Jahre lang solche Straßenbenennungen unter die Lupe genommen und 2020 den Abschlussbericht vorgelegt, hieß es. Wegen einer uneinheitlichen Forschungslage zu Kardinal Faulhaber wollte die Kommission in dem Bericht eine öffentliche Diskussionsveranstaltung, bei der Expertinnen und Experten Rolle und Wirken des Kardinals beleuchten. Die Expertendiskussion soll dem Würzburger Stadtrat bei der Entscheidung helfen, "ob die Benennung des Kardinal-Faulhaber-Platzes weiterhin angemessen ist oder nicht", sagte Kulturreferent Achim Könneke.
Auf dem Podium sitzen: Hans-Joachim Hecker Archivar und Jurist und langjähriger stellvertretender Leiter des Stadtarchivs München, Antonia Leugers, wissenschaftliche Projektmitarbeiterin an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt, Professor Wolfgang Weiß, Professor für Fränkische Kirchengeschichte und Kirchengeschichte der Neuesten Zeit an der Universität Würzburg und Professor Andreas Wirsching, der Direktor des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin und Inhaber des Lehrstuhls für Neueste Geschichte an der LMU München.