München (epd). Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und sein Autor Julian Feldmann sind am Mittwoch vom Bayerischen Journalisten-Verband (BJV) mit dem ersten Preis beim bundesweiten Wettbewerb zum Tag der Pressefreiheit ausgezeichnet worden. Eine Jury des BJV prämierte den im NDR-Medienmagazin Zapp im September 2021 gesendeten Beitrag "Naziangriff auf Journalisten: Prozess gestartet", teilte der BJV mit. Für seine Reportage erhält Feldmann 1.000 Euro Preisgeld.
Im April 2018 hatten Neonazis in Thüringen Jagd auf Journalisten gemacht, die vor dem Haus eines NPD-Politikers fotografierten und recherchiertem. Sie verletzten zwei Journalisten schwer. Feldmann begleitete eines der Opfer unter anderem beim Prozessbeginn im September 2021 und stellte dabei auch kritische Fragen. Unter anderem danach, weshalb die Justiz so viel Zeit bis zum Prozessbeginn verstreichen ließ und warum die Journalisten damals nicht von der Polizei geschützt wurden.
Den zweiten Preis (750 Euro) erhält Zsaklin Diana Macumba für ihren Beitrag "Mit Druck gegen Orbán" vom 2. April 2022 in der "Frankfurter Rundschau". Darin berichtete sie über die ungarische Bewegung "Druck es selbst", die mit einer selbst gedruckten Zeitung gegen die ungarische Staatspropaganda ankämpft. Der dritte Preis (500 Euro) geht an Filmemacher Ralph Gladitz, der für den Bayerischen Rundfunk (BR) die aus Belarus geflohene Journalistin Tanya Tkachova porträtiert hat.
Ein Sonderpreis für "Jungen Journalismus" (1.000 Euro) ging an das Autoren-Duo Philipp Bovermann und Anna Ernst für ihren Beitrag "Bespuckt, geschlagen, gejagt" in der "Süddeutschen Zeitung". Die beiden berichteten darin über die Organisation "Between the Lines", die ehrenamtlich Begleitschutz für Pressevertreter stellt, und eine junge Lokaljournalistin. Die Autoren zeigen laut Jury-Begründung, wie gefährlich es auch in Deutschland sein kann, als Journalist seiner Arbeit nachzugehen.
Die Auszeichnungen wurden am Mittwochabend im Münchner Presseclub verliehen. Der BJV hat den Preis zum Tag der Pressefreiheit bereits zum achten Mal vergeben. BJV-Vorsitzender Michael Busch sagte, der Wettbewerb setze mit den ausgezeichneten Arbeiten ein Zeichen für die Pressefreiheit: "Eine Freiheit, die unbezahlbar ist und die in diesen Tagen mehr denn je eingeschränkt wird."