München (epd). Das Bildungsformat "Telekolleg" des Bayerischen Rundfunks (BR) wird digital und interaktiv - und bekommt einen neuen Namen. Weil die Inhalte künftig hauptsächlich non-linear verbreitet werden, heißt der "Telekolleg" künftig "kolleg24", wie BR und bayerisches Kultusministerium am Freitag mitteilten. Abrufbar seien die Inhalte künftig auf den BR-Ausspielkanälen, auf Lernplattformen wie "Mebis", im Internet oder in den sozialen Medien. Die BR-Intendantin Katja Wildermuth und Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) unterzeichneten eine entsprechende Zusatzvereinbarung zur Produktion digitaler Lehr- und Lernformate für das neue kolleg24.
Wildermuth sagte, dass das Telekolleg seit mehr als einem halben Jahrhundert zu den renommiertesten Angeboten in der Erwachsenenbildung gehöre. Der Bedarf an Bildung habe sich nicht geändert - dafür aber die technischen Möglichkeiten und Erwartungen der Nutzer. "Sie wollen ein modernes, digitales und interaktives Angebot, das räumlich und zeitlich unabhängig genutzt werden kann." Piazolo sagte, dass Bayern mit "kolleg24" ein modernes, digitales Bildungsangebot zum Erwerb der Mittleren Reife und der Fachhochschulreife bekomme. Positiv sei, dass die Inhalte allen bayerischen Schülerinnen und Schülern über die Lernplattform "Mebis" zur Verfügung stünden.
Der "Telekolleg" wurde 1966 gegründet und gilt als eines der ersten Bildungsangebote zum zeitlich unabhängigen Lernen neben Beruf oder Familie. Mehr als 70.000 Absolventen haben mit dem "Telekolleg" die Mittlere Reife oder die Fachhochschulreife erworben. Das bisherige "Telekolleg" bietet Inhalte zu 14 Fächern und Abschlüsse in den drei Ausbildungsrichtungen Wirtschaft, Technik und Sozialwesen an. Das neue Angebot "kolleg24" soll auch Einzelfachzertifikate ermöglichen, um die Zielgruppen zu erweitern. Als erste Fächer werden Mathematik, Physik und Deutsch umgesetzt.