München (epd). Der Bund Naturschutz in Bayern wendet sich gegen mögliche Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke. Benötigt würden stattdessen Energieeffizienz und ein massiver Ausbau der erneuerbaren Energien, um von fossilen Energieimporten unabhängig zu werden, teilte der BN am Dienstag mit. Die Diskussion um Laufzeitverlängerungen für die verbliebenen drei deutschen Atomkraftwerke führten dagegen in eine "gefährliche Sackgasse". Durch den Krieg in der Ukraine wurde die Frage der Energieversorgung Deutschlands neu aufgeworfen - mehr als die Hälfte der deutschen Erdgasversorgung kommt aus Russland.

Erneuerbare Energie sei Freiheitsenergie, sagte der bayerische BN-Vorsitzende Richard Mergner. "Freiheit von Energieimporten aus nicht-demokratischen Ländern, Freiheit von CO2-Ausstoß für eine klimaneutrale Welt und auch Freiheit von der Preisabhängigkeit der fossilen Energien", sagte er. Atomkraft hingegen sei gefährlich, zu langsam für den Klimaschutz und zu teuer. Auch das einzige bayerische verbliebene Atomkraftwerk Isar II müsse wie vorgesehen Ende des Jahres vom Netz gehen. BN-Energiereferent Michael Remy sagte, dass Laufzeitverlängerungen nicht sinnvoll seien, denn es fehlten Brennstäbe und Personal.