Berlin, München (epd). Der britische Dirigent Sir Simon Rattle ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. "Es freut mich, mit Ihnen nicht nur einen hochverdienten Künstler auszuzeichnen, sondern auch einen so überaus sympathischen Repräsentanten des Musiklebens", sagte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Verleihung am Dienstag im Schloss Bellevue. Der Liverpooler sei "leibhaftige Werbung für die Musik, die Sie mit Ihren Orchestern lebendig werden lassen" und stehe für den "uneingeschränkten Spaß an der Sache". Rattle ist Dirigent des London Symphony Orchestra. Ab 2023 wird Rattle Chefdirigent des Symphonieorchesters und des Chores des Bayerischen Rundfunks in München.

Bevor Rattle 2017 nach London ging, leitete er 16 Jahre lang die Berliner Philharmoniker. Neben dem Fachlichen zeichne Rattles Arbeit auch sein inklusiver Führungsstil aus, der sich nicht nur auf die Musiker und Musikerinnen beschränke, sagte der Bundespräsident: "Sie kannten in dem großen philharmonischen Betrieb jeden mit Namen: jeden Pförtner, jeden Fahrer, jede Mitarbeiterin." Weil er sich nicht als "großer Allesbestimmer", sondern als Teamspieler mit besonderer Rolle verstehe, seien Musikerinnen und Musiker dem in Berlin lebenden Briten gerne gefolgt.