Bayreuth (epd). Der Bayreuther Rechtswissenschaftler Heinrich Amadeus Wolff wird Bundesverfassungsrichter. Er sei am Donnerstag vom Bundestag zum Nachfolger von Andreas Paulus gewählt worden, der bereits im März beim Bundesverfassungsgericht ausschieden ist, teilte die Universität Bayreuth mit. Neben seiner neuen Tätigkeit am Ersten Senat des höchsten deutschen Gerichts in Karlsruhe bleibe Wolff der Universität Bayreuth als Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht erhalten. Wolff sei als Bundesverfassungsrichter hauptsächlich für Fälle im Sozialrecht und im Kunstrecht sowie für die Kammerrechtsprechung zuständig, hieß es. Außerdem werde er bei Senatsentscheidungen des Ersten Senats beteiligt sein.
Wolff war Prozessbevollmächtigter bei zahlreichen gesellschaftlich relevanten Verhandlungen vor dem Bundesverfassungsgericht, zum Beispiel über die Vorratsdatenspeicherung, den Mietendeckel Berlin, die Antiterror-Datei oder den Nichtraucherschutz, teilte die Universität mit. Er sei außerdem als Autor zahlreicher Beiträge in juristischen Fachzeitschriften, Sammelwerken und Monografien zur gesamten Breite des öffentlichen Rechts aktiv. Universitätspräsident Stefan Leible hob Wolffs jahrzehntelange Tätigkeit als Berater von Parlamenten und Regierungen hervor, die er "engagiert, ausgewogen und mit einer gehörigen Portion Witz" ausgeführt habe.