München (epd). Enkeltrick und die Masche mit den falschen Polizisten sollen nach einem Vorschlag des Freistaats Bayern härter bestraft werden. Kriminelle, die auf das Geld von Seniorinnen und Senioren aus seien, nutzten "die Sorgen, Ängste und Gutgläubigkeit ihrer Opfer schamlos aus", sagte Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) laut einer Mitteilung vom Mittwoch. Bayern werde deshalb bei der Herbstkonferenz der Justizministerinnen und Justizminister (11./12. November) besseren strafrechtlichen Schutz älterer Menschen vor Vermögenskriminalität fordern.

Im vergangenen Jahr habe es in Bayern mehr als 21.000 Fälle von betrügerischen Telefonanrufen gegeben. Die Hintermänner säßen in Callcentern im Ausland. Gegen die Betrugsmasche müsse das Strafrecht Senioren besser schützen. Die "altersbedingt besondere Verletzbarkeit" von Senioren sei im geltenden Recht aber bislang nicht ausreichend berücksichtigt. Es fehlten strafschärfende Regeln. Für Fälle von organsiertem Callcenter-Betrug schlage man eine erhöhte Mindeststrafe von zwei Jahren statt bisher einem Jahr vor, so Eisenreich.

Aber auch Täter aus dem Bekanntenkreis mit Vorsorgevollmacht, aus dem Familienkreis oder gesetzliche Betreuer müssten besser verfolgt werden können. "Wer sich hier rechtswidrig bereichert, begeht eine strafbare Untreue", erklärte der Justizminister. Solche Untreue-Fälle könnten nach geltendem Recht nur verfolgt werden, wenn der Geschädigte einen Strafantrag stelle. Die Staatsanwaltschaft sollte in diesen Fällen selbstständig ermitteln können, will Bayern erreichen.