Kochel am See (epd). Das Franz Marc Museum in Kochel am See öffnet am 13. März eine neue Ausstellung "Tierschicksale. Franz Marc, Paul Klee und Gustave Flaubert". Sie zeige eine bisher nicht beachtete Perspektive auf das Werk Franz Marcs und die eigene Sammlung, heißt es in einer Mitteilung des Museums vom Mittwoch. Grundlage sind Skizzenbücher Franz Marcs aus den Jahren 1912 und 1913, in denen sich Skizzen, Aquarelle und Tuschezeichnungen befanden, die sich auf die Novelle Gustave Flauberts "Die Legende von Sankt Julian dem Gastfreien" (1877) beziehen.

Die Auseinandersetzung mit dem literarischen Text habe zu Marcs bedeutendstem Bild "Tierschicksale" geführt, teilte das Museum weiter mit. Die Figur des Heiligen Julian, in der Novelle ein grausamer Jäger, der nach langer Buße zum Heiligen wird, überblendete Marc mit der des Kriegers. Dessen Mission sei die Vernichtung einer unmoralischen, falschen Werten folgenden Welt gewesen, die nach dem Krieg neu und besser auferstehen sollte. Nicht nur bei der Titelgebung des Gemäldes sei der Maler und Freund Paul Klee ein wichtiger Berater Marcs gewesen.

In der Ausstellung werden Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde präsentiert, die die Lektüre Flauberts durch Marc spiegeln. Daneben umfasst sie Werke aus der Sammlung des Franz Marc Museums, die in diesem Zusammenhang zu sehen sind.

Dazu gehören auch illustrierte Postkarten Marcs und Klees. Zur Ausstellung erscheine ein Begleitheft, sowie ein Audioguide, teilt das Museum mit. Eine Lesung der Novelle von Gustave Flaubert in deutscher Fassung sei auch über die Website des Museums in voller Länge zu hören sein. Die Ausstellung soll bis zum 17. Juli zu sehen sein.